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Gesehen in Nazaré, Portugal
Der Autor im Heiligen Sagres, Portugal
© 2025 Peter E. Burkhardt. Alle Rechte vorbehalten, außer gekennzeichnete Werke. Ausgabe Web. Hinweise bitte an www.pegons-web.de/Aktuelles
Die Hexenlochmühle liegt romantisch in einem kleinen Tal, dem Hexenloch, zwischen St. Märgen und Furtwangen im deutschen Schwarzwald.
Früher wurde die Mühle Dreistegenmühle genannt. Ursprünglich wurde sie als Nagelschmiede und Sägemühle genutzt. Aber die Tradition der Schwarzwälder Kuckucksuhren hat sich durch deren Verkauf erhalten. Daneben gibt es noch andere Spezialitäten aus dem Schwarzwald und ein Restaurant.
Gebaut wurde die Hexenlochmühle in 1825 als Nagelschmiede. Später kam noch der Antrieb einer Sägemühle und einer Hochgangsäge dazu.
Das Wasser des Heubachs treibt die beiden großen Wasserräder an und dient als Kraftquelle für die Mechanik und für den Generator zur Stromerzeugung. Heute darf man im Inneren die hölzernen Antriebsräder in Bewegung sehen. Die Schmiede, die Hochgangsäge, die Kreissäge und die Uhrengestellmacherei sind aber nicht mehr in Betrieb.
Wo und wie beginne ich? Mir tut das Kreuz weh, trotzdem muss ich noch schreiben, um meine Gedanken später wiederzufinden. Vielleicht sollte ich erklären, warum ich Rückenschmerzen habe. Der Grund ist einfach, das lange Fahren hinterlässt mehr Spuren im Vergleich zu früher. Der Zahn der Zeit nagt eben auch an mir. Die "8" kann ich nicht mehr schönreden. So wie der Stift im Auf und Ab beim Nachziehen dieser wunderschön symmetrischen Kurven steigen und fallen muss, so diktiert uns das Leben seine turbulente Reise, aber eben nur, bis der Stift bricht.
Während ich diese Zeilen schreibe, ist meine Reise schon zwei Tage alt. Am Montag in Chemnitz losgefahren, in Eisingen bei Freunden übernachtet und heute bis fast in die Mitte von Frankreich gefahren sitze ich recht unbequem auf dem nicht belegten Bett mit dem Laptop auf dem Schoß.
Vom F1-Billig-Hotel in Moulins werde ich später noch berichten, da hat sich Einiges in den Eigentumsverhältnissen, in der Ausstattung und am Preis getan. Mittlerweile ist es Nacht geworden, wegen der unsicheren Verhältnisse in den nächsten Tagen muss ich zumindest anfangen, meine Gedanken in Worte zu fassen. Ich habe mir fest vorgenommen, von allen Ereignissen möglichst zeitnah zu berichten.
Der Leser muss sich nicht wundern und nach manchem Detail fragen, das in den folgenden Tagesbeschreibungen zwar eine Rolle spielt, aber nicht näher dokumentiert ist. Viele Örtlichkeiten habe ich schon in den Berichten der Jahre seit 1998 beschrieben. Gegebenenfalls kann dort nachgeschaut werden. Das ist manchmal sowieso ratsam, allein auf Grund der Tatsache ständiger Veränderung, auch im Süden Portugals.
Chemnitz > A72 > Hof > A9 Bayreuth > A9 Nürnberg A6 > A6 Kreuz Walldorf A5 > A5 Dreieck Karlsruhe A8 > A8 Pforzheim Abf. Nord B294 > B294 Abf. Eisingen
Schon unterwegs von Chemnitz aus hoffte ich auf irgendeine Schlafmöglichkeit noch in Deutschland. Ich war bis kurz nach 14 Uhr im Schuhladen Deichmann im Einkaufs-Center Röhrsdorf. Dort habe ich mir endlich ein paar vernünftige Sportschuhe gekauft. Früher nannten wir so etwas Turnschuhe. Ich musste die 44 nehmen. Meine ausgetretenen Füße brauchen jetzt diese Größe. Die Zeiten der spitzen und engen Halbschuhe fürs Tanzparkett sind vorbei, für mich jedenfalls.
So spät am Montag-Nachmittag war mir klar, dass ich eine Übernachtung brauche. In Deutschland schlafe ich nicht gerne im Auto. Mein Anruf zum Mattenhof im Schwarzwald war negativ, alles belegt. Das hat es eigentlich noch nie gegeben. Sonst war ich immer im April dort. Doch eine Reisegruppe hatte das Anwesen gestürmt, so dass die wenigen Zimmer nicht reichten und ein weiterer Urlauber-Hof aushelfen musste. Ich hatte keine Chance.
Auf die Schnelle blieb nur meine ganz private Bleibe in Eisingen. Kurz vor 21 Uhr trudelte ich dort ein. Die folgende Nacht war gerettet.
Das Altenheim Schauinsland in Eisingen steht unweit der Kirche direkt am Waldrand.
Wir haben am nächsten Morgen noch einen Kurzbesuch im Altenheim erledigt. Ich mag so etwas nicht, aber was sein muss, muss sein. Das Heim macht einen sehr guten Eindruck. Man muss zufrieden sein und die Situation annehmen, wenn aus gesundheitlichen Gründen ein Heimaufenthalt unausweichlich ist. Wer dies nicht tut, schadet sich nur selbst. Trotzdem, es ist äußerst unangenehm und vor allem psychisch belastend, aus jahrzehntelanger vertrauter Umgebung in ein Heim wechseln zu müssen.
Eisingen B294 > Pforzheim Nord A8 > A8 Dreieck Karlsruhe > A5 Offenburg > A5 Abf. Freiburg Süd > B31 Tiengen TS Aral (47.982009, 7.717524) B31 > B31 Auff. Freiburg Süd A5 > A5 Abf. Müllheim B378 > B378 Grenze zu Frankreich, Rheinbrücke D39-D55 > Auff. A36 Ri Mulhouse > A36 Mulhouse A36 > Abf. 15 auf die D83 Ri Belfort > D483 Lachapelle D83 > D83 PP Ortsausgang Lachapelle (47.707593, 7.005591) > D83 > D1083 > Belfort A36 > N19 Ri Delémont > N19 N-Umfahrg. Lure N19 > PP nur Ri S Nähe Calmoutier (47.640883, 6.273969) > N19 N-Umfahrg. Vesoul D457-D474-D12-D475 > D475 NO-Umfahrg. Dole D905-D673-N73 > N73 SO-Umfahrg. Chalon-sur-Saône D673 > N70 Blanzy N70-D60 > Perrecy-les-Forges D60 > Guegnon D60 > D60 Barbon-Lacy D973 > Brücke über die Loire D973 > D973 Chevagnes > vor Moulins auf N7 > N7 Abf. 48 auf DN7 (früher D707) > Moulins F1-Hotel, jetzt Kyriad DIRECT
Am Dienstag bin ich nicht weiter als bis Moulins in Frankreich gekommen, von Eisingen aus rund 610 Kilometer. Da ich mautfrei über viele kleinere Städte und Dörfer fahre, kommt man nicht so schnell vorwärts. Doch ich genieße diesen ländlichen Raum, in dem hauptsächlich Viehwirtschaft betrieben wird, in dem es aber auch viele kleine Wälder gibt. Verkehr ist wenig, Touristen nehmen die schnellere Autobahn, aber eben mit Maut. Nicht die paar zusätzlichen Euros bedauere ich, aber gegen die moderne Wegelagerei habe ich grundsätzlich etwas.
Das ehemalige F1-Hotel hatte schon in 2024 den neuen Besitzer KYRIAD, ist jetzt mit Bad und WC innerhalb des Zimmers ausgestattet und dadurch natürlich teurer. Früher war beides gemeinschaftlich genutzt auf dem Gang. Es kostet rund doppelt soviel im Vergleich zu früher. Mir war das egal, die Aussicht auf eine Dusche und meine Müdigkeit waren stärker als mein eigentlich angeborener Sparzwang.
Gegen 21 Uhr checkte ich ein. Dieses Mal saß eine kaum 20-Jährige am Tresen und begrüßte mich im feinsten Schuldeutsch, natürlich mit Akzent aber dennoch wie vorgelesen aus einem Buch. Sie sei noch nie in Deutschland gewesen, habe aber mehrere Jahre deutsche Kinder betreut. Nun habe sie ein Germanistik-Studium begonnen. Ich staunte nicht schlecht.
Eigenen Erfahrungen zufolge musste ich bei früheren Reisen feststellen, dass vor allem ältere Franzosen nicht immer von Kontakten mit Deutschen begeistert sind. Selbst im Bereich wissenschaftlicher Schriften hatte ich früher regelmäßig die Diskussion mit französischen Übersetzern über den zweckmäßigen Einsatz englischer Begriffe anstelle des Gebrauchs französischer Umschreibungen. Handbücher und Bedienungsanleitungen zu elektronischen Geräten waren trotzdem meistens 30 Prozent länger als die deutsche Fassung.
Die Landstraßen in Frankreich sind durchweg im guten Zustand und meist mit wenig Verkehr. Wenn man Zeit hat, ist dieses mautfreie Fahren sehr angenehm. Man muss nur akzeptieren, dass der Urlaub schon zu Hause beginnt, nicht erst am Urlaubsort. Für mich ist dieses entschleunigte Reisen gerade richtig.
Das frühere F1-Hotel in Moulins ist jetzt Kyriad DIRECT. Das Tor ist nachts zu, Bad und WC ist im Zimmer, was will man mehr? Allerdings kostet jetzt ein Zimmer um die 60 Euro.
So ein kleiner Tisch muss reichen. Darüber hängt der Fernseher. Das Mini-Bad braucht Platz. Die zusätzliche Schlafgelegenheit über den zwei Betten gibt es nicht mehr. Auch die Nachtschränkchen sind auf jeweils ein schmales Brett geschrumpft.
Moulins F1-Hotel, jetzt Kyriad DIRECT (46.532583, 3.349778) > Moulins D707 TS TotalEnergies (46.554531, 3.336491) D707-D945 > D945 Souvigny (46.534408, 3.195860) D134 > D11 Gipcy > D11 La Gare > D11 Wald-PP (46.501910, 2.946691) > D94 Cosne-d'Allier, PC-Maus-Kauf bei Christophe Defourneau > D94 Bizeneuille > D94-A714 Ri Montluçon (ab hier Ri S mautfrei) > N145 Aire de Nouhant (46.283210, 2.39933) > N145 Aire de Parsac > N145 N-Umfahrg. Guéret > Aire de Espérance (46.216122, 1.731293) > A20 Ri Angoulême > A20-Abf. 28 Ri Angoulême, N520 > N141 La Péruse > N141 Roumazières-Loubert > N141 Fontafie > N141 Suaux > N141 Aire de Trottechien, Ri S 5 km vor Angoulême (45.697949, 0.248273) > N141-N10 NW-Umfahrg. Angoulême > N10 Ri Bordeaux > N10 Aire de Bedenac Ouest (45.173339, -0.334262) > A10-N230-A630-A63 W-Umfahrg. Bordeaux > A63 Aire des Gargails (44.676823, -0.801391) > A63-Abf. 18 Ri Mont de Marsan (Mautumfahrg.) > D20 Le Muret D10 > D10 La Crabetie > nach li Umltg. S1 > D10 Liposthey > nach re Umltg. S1/D43 Ri Biscarrosse > A63 Ri Bayonne > A63 Aire de Onesse-Laharie ouest (44.088867, -1.001062) > A63-Abf. 12 Ri Dax > Castets D947 Ri Dax > D947 HPR (43.856411, -1.121680) > D947 Dax > D3 HPR li, 2 km vor Habas (43.588729, -0.921113) > D3 Habas > D933 PP, 4 km vor Saint-Palais (43.352670, -0.972291) > D933 Saint-Palais > Saint-Pied-de-Port City (43.162787, -1.239815) > Spanien-Grenze TS (43.108810, -1.282988) > PP in Roncesvalles (43.009218, -1.318578)
Am Mittwoch-Morgen war es auch schon wieder 9 Uhr, als ich vom Hof des Kyriad-Hotels fuhr. Mein Plan war, heute bis nach Roncesvalles in die spanischen Pyrenäen zu kommen.
Vorerst nutzte ich die Möglichkeit, in Moulins zu tanken. Dort gibt es immer noch eine Tanksäule, bei der man im Häusl beim Tankwart cache bezahlen kann. Ansonsten ist in Frankreich meist Kartenzahlung angesagt. Ich habe aber nur Geld. Ich bin froh so, mancher hat nicht einmal das.
Die beiden großen Kathedralen in Moulins hätte ich gerne besucht, es war schließlich noch früh am Tage, die Sonne schien auch, und gute Fotos wären mir sicher gewesen. Diesen Besuch hatte ich schon lange im Visier. Doch wegen meinem Ziel, heute noch bis Spanien zu fahren, habe ich auch dieses Mal den Kirchenbesuch gestrichen, ebenso den empfehlenswerten Besuch der Kirche in Souvigny. Man sollte das in Ruhe mit Übernachtung machen.
Heute war für die rund 700 Kilometer Ausdauer gefragt. Die Sonne hat mich nicht enttäuscht, auch war der Verkehr in Bordeaux nicht so dick, dass ich mich hätte aufregen müssen. Mir macht das Autofahren immer noch Freude. Ich habe mein heutiges Ziel ohne Not geschafft.
Auf dem großen Camper-Parkplatz in Roncesvalles war es aber nicht so prickelnd. Komisch, dieses Mal hatte ich wenig kommunikationsfreudige Nachbarn. Gleich zwei Wohnmobilreisende nahmen mich trotz meines Grußes überhaupt nicht zur Kenntnis. Ja, auch so was erlebt man, eigentlich ist das nicht die Regel.
Es ist 9 Uhr. Ich fahre in Moulins vom Hotel-Hof.
Diese Tankstelle in Moulins nimmt noch Bargeld.
Roncesvalles, hinter dem Hostal ist mein Schlafplatz.
Nun gut, nach einem kurzen Abendbrot auf meiner Dacia-Ladekante genoss ich meine Auto-Suite, schlief nahezu sofort ein und wurde mitten in der Nacht von kratzenden und scharrenden Geräuschen geweckt. Es hörte sich an, als könne jemand den blauen Autolack nicht ausstehen. Trotz scharfer kalter Luft und Müdigkeit schlich ich ums Auto und versuchte, mit meiner ebenfalls schon müden Taschenlampe die Finsternis zu durchdringen. Nichts, nur im Wald jenseits des Baches knarrten vom Wind getriebene Äste.
Roncesvalles (43.009218, -1.318578)> N-135 Auritz > N-135 Aurizberri > N-135 Bizkarreta-Gerendiain > N-135 Erro > N-135 Zubiri > N-135 Urdanitz > N-135 HPR re (42.908903, -1.534472) > N-135 Zuriain > N-135 Zabaldika > PA 30 Pamplona PA 30 > PA 30 Ri Zaragoza > PA 30 > A-15 Ri Logroño > A-15 Abf. 88 auf A-12 Ri Logroño > A-12 Tunel del Perdón, HPR re (42.743496, -1.744069) > A-12 TS Legarda 11:30 (42.710548, -1.778047) > A-12 > LO-20 Ri Logroño > LO 20 Logroño LO 20 > A-12 Ri Burgos > A-12 HPR (42.655880, -1.988566) > N-120 Redecilla del Camino > N-120 Castildelgado, Hostal El Chocolatero (42.438203, -3.084087) > N-120 Villamayor del Rio > N-120 Belorado > N-120 Tosantos > N-120 Villafranca > N-120 HPR re Ermita de Valdefuentes (42.438203, -3.084087) > N-120 Zalduendo > N-120 Burgos N-120 > A-1 > A-1 Abf. 244 auf A-62 Ri Valladolid > A-62 > A-62 PPWC (42.251676, -3.958084) > A-62 Valladolid > A-62 PPWC(off) (41.481859, -5.042824) > A-62 Salamanca > A-62 Abf. 244B auf die A-66/E-803 > A-66 Ri Cáceres > A-66 Abf. 555 auf N-523 Ri Badajoz > N-523 Puebla de Obando, Hostal Mirasierra (39.175577, -6.620950)
Nahezu pünktlich wurde ich um 8 Uhr wach, trotz der mysteriösen Unterbrechung um Mitternacht. Normalerweise herrscht Ruhe auf diesem großen Platz in Roncesvalles. Die WoMos meiner Nachbarn standen nicht mehr da. Wenige Meter von mir entfernt am Waldrand hatten zwei Waschbären mit ihrem Frühstück zu tun. Dass diese Einwanderer sich in meinem Garten in Chemnitz breit gemacht hatten, musste ich schon lange akzeptieren, dass sie aber auch die Berge der Pyrenäen bevölkern, war mir neu. Nun war auch klar, wer mich in der Nacht geweckt hatte. Kratzspuren am Auto fand ich aber nicht.
Das Wasser in meiner Freilandbadewanne war eiskalt, trotz des warmen Juni. Kein Wunder, der Bach kommt aus den Bergen. Da kommt der Kreislauf in Schwung, das Frühstück schmeckt auch ohne Kaviar, ersatzweise mit Cappuccino und Instant-Kaffee. Wenig später, es war gerade 9 Uhr, fuhr ich vom Parkplatz. Auffällig war die große Zahl der Pilger, denen ich begegnet bin. Offensichtlich sind im Juni doch mehr Suchende unterwegs im Vergleich zum April.
Der Donnerstag verlief planmäßig, bis Puebla de Obando kurz vor der portugiesischen Grenze fuhr ich knapp 9 Stunden. Eigentlich hatte ich vor, im Hostal Hermanos Méndez zu schlafen. Kurz vorher gegenüber der Tankstelle steht ein ehemaliges 2-Sterne-Hotel, das in den vergangenen Jahren geschlossen war. Wir hatten zuletzt im Jahr 2010 dort übernachtet. Dieses Jahr hatte es wieder geöffnet, gerade richtig für mich und die Saison.
Ich war auf den neuen Besitzer gespannt. Wie ich im mühsamen Englisch und später im komfortablen Portugiesisch mittels meines universellen Sprachübersetzers erfuhr, hatte ein Geschäftsmann aus der Region mit seinem noch jungen Sohn das Objekt übernommen. Alles war neu, innen und außen renoviert und machte im Vergleich zu früher einen viel besseren Eindruck. Aus der ehemaligen Kneipe mit heruntergekommenen Unterkünften war ein empfehlenswertes Restaurant geworden. Der Sohn hatte mich eingecheckt. Seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft muss ich an dieser Stelle besonders hervorheben.
Das ist der Bach gleich neben meinem Schlafplatz auf dem großen Parkplatz in Roncesvalles. Heute früh wühlten gegenüber zwei Waschbären im Laub, wahrscheinlich auf der Suche nach ihrem Frühstück.
Nun wusste ich, wer vergangene Nacht um mein Auto geschlichen war.
Dieses Hostal in Puebla de Obando wurde erst dieses Jahr wiedereröffnet. Es roch im Flur sogar noch nach Farbe. Für die Zimmer im Obergeschoss gibt es jetzt eine separate Haustür, man bekommt zwei Schlüssel und ist so völlig unabhängig vom Restaurant. Der Preis ist für spanische Verhältnisse angemessen. Ich habe knapp 30 Euro bezahlt.
N-523 Puebla de Obando, Hostal Mirasierra (39.175577, -6.620950) > N-523 TS (39.175160, -6.621087) > A-5 Grenze Portugal A6 Ri Évora > A6 Abf. 9 auf N4 Ri Elvas > N4 Abf. auf N255 > N255 Abf. re auf N373 Ri Redondo (bei Alandroal) > N373 auf N254 Ri Redondo > N-Umfahrg. Redondo auf R381 > R381 in Montoito auf M513 Ri Vendinha > M513 in Vendinha auf N256 Ri Évora > N256 auf N18/IP2/E802 Ri Portel > N18/IP2 Beja > IP2/E802 PP Área de Descanso de Vila de Frades (38.250566, -7.787471) > N2 HPR TS in Ervidel (37.965236, -8.081660) > Aldi in Odemira (37.576971, -8.668645) > Sagres, Aparthotel Navigator (37.006805, -8.934730)
Wieder gegen 9 Uhr fuhr ich heute früh am Freitag los, um die letzte Etappe hinter mich zu bringen. Vor der Grenze bei Badajoz gibt es noch zwei Tankstellen, die man nutzen sollte, um dem höheren Spritpreis in Portugal zu entkommen. An der ersten kurz vor La Roca de la Sierra an der N-523 habe ich getankt, die zweite Tankstelle ist unmittelbar vor der Grenze zu Portugal an der Autobahn A-5.
Die Fahrt in Portugal ist noch entspannter im Vergleich zu Spanien. Besonders in der Mittagshitze und dazu noch auf kleinen Landstraßen sind nur wenige Fahrzeuge unterwegs.
Allerdings musste ich dieses Mal eine Umleitung fahren, die mir garnicht gefallen hat. Die Durchfahrt über die Brücke des Stausees Vigia auf der R381 war nicht möglich. Die Ausweich-Strecke ist eine Zumutung. Wegen der offensichtlich jahrelang nicht gepflegten Straße musste ich teilweise im Schritt-Tempo fahren. Es gab viele Schlaglöcher, teilweise war der Fahrbahnbelag vom Wasser weggeschwemmt. Ich nehme an, dass diese Strecke nur noch von Traktoren befahren worden war und jetzt eben als Umleitungs-Straße herhalten musste.
Mein Mädchen auf dem "Mädchen-Parkplatz" kurz hinter Portel habe ich natürlich auch besucht. Eigentlich heißt der Rastplatz richtig "Área de Descanso de Vila de Frades". Rein geistig, virtuell und vielleicht auch spirituell war das Mädchen beim Mittagessen mit dabei, siehe auch frühere Reiseberichte.
Ein kurzer Plausch mit einem Engländer, der mit dem Motorrad unterwegs war, ein paar Worte mit einem englischen Ehepaar und dann noch ein kleiner Erfahrungsaustausch mit einem wirklich schon älteren Ehepaar aus den Niederlanden, diese Zeit habe ich mir gegönnt. Auch deshalb bin ich unterwegs. Das Paar aus Holland fährt auch schon seit ihrem Ruhestand jährlich mit dem Auto nach Portugal. Ihre Kinder fliegen. Sie glauben, im Auto ist es sicherer. Es gibt eben noch mehr Verrückte auf dieser Welt.
Das ist schon die A6 in Portugal, in Spanien war es die A-5. Der Grenzübergang ist nicht mehr spektakulär. Es gibt einfach keinen mehr. Nur die Verkehrsschilder sehen geringfügig anders aus.
Dieser Rastplatz bei Vila de Frades ist nicht direkt an der IP2/E802 und deshalb vielleicht nicht ganz so frequentiert. Ich habe dort sogar übernachten können. Leider fehlt die eigentlich nötige Infrastruktur. Es gibt kein WC, ein Kiosk sowieso nicht. Andererseits sind auf dem großzügigen Areal Tische, Bänke, Beleuchtung und ein Wasserhahn vorhanden. Die Müllkübel werden zwar geleert, aber zweifellos nicht regelmäßig. Eigentlich schade.
Alles sah aus wie immer, nur die Katzen haben gefehlt. Ich hatte extra eine Dose für sie beim Aldi eingekauft. Die im vorigen Jahr bettelnden Tiere sahen halb verhungert aus. Vielleicht waren sie dieses Mal wegen der Hitze nicht da.
Die weitere Fahrt bis Sagres war wie gewohnt relativ entspannt. Nächster Fixpunkt ist Aldi in Boavista dos Pinheiros. Dieser Ort an der N120/IC4 liegt kurz hinter Odemira. Seit einigen Jahren nutze ich die Gelegenheit, dort noch einzukaufen, bevor ich in Sagres ankomme. Zwar wäre das nicht unbedingt nötig, da es seit 2024 auch in Vila do Bispo einen Aldi-Supermarkt gibt, aber lieber man hat als man hätte. Auch dieser Ausspruch begleitet mich schon das ganze Leben. Nebenbei bemerkt, in Portugal haben die Supermärkte auch Sonntags auf, im Gegensatz zu Deutschland. Die eigene Versorgung ist also an jedem Tag in der Woche möglich.
Gewöhnlich sind es von Odemira bis Sagres nur noch etwa 100 Kilometer. Eine weitere Umleitung war nach dem Ort Baiona nötig. Normalerweise führt die N120 kurz nach Baiona über den Fluss Ribeira de Seixe und danach den Berg hinauf auf direktem Wege nach Maria Vinagre, einem kleinen Ort, in dem es übrigens auch einen beachtenswerten Rastplatz für die Nacht gibt.
Also, die Umleitung führte nach der Brücke durch den Ort Odeseixe in Richtung Küste und dann weiter über wirklich ganz schmale Straßen zurück auf meine normale Route. Im Gegensatz zur oben genannten Umleitung waren aber hier einige Straßen extra mit neuem Teerbelag versehen worden. Offensichtlich gilt diese Umleitung für längere Zeit.
Das heilige Sagres empfing mich mit der eigenen Herzlichkeit, die dieser Ort auf mich wirken lässt. Schon in Vila do Bispo kommt bei mir das Gefühl auf, wieder angekommen zu sein. Seit vielen Jahren lässt mich diese Gegend nicht mehr los. Schon jetzt denke ich manchmal mit Wehmut an die Zeit, in der diese Besuche nicht mehr möglich sein werden. Aber wie schon an anderer Stelle gesagt, alles hat ein Ende. Es reicht einfach nicht, ich meine das Leben. Ich hätte mit dem Reisen früher anfangen sollen.
Aber, getreu meines Grundsatzes, nie an der Vergangenheit festzuhalten, um damit der Zukunft Raum zu geben, vertraue ich dem Prinzip Hoffnung. Zukünftiges kommt, wie es kommt. Das klingt zwar platt, ist aber Sinn eines chinesischen Sprichworts. Die Hoffnung auf eine gute Zukunft schließt ein, die jeweils aktuelle Situation als das wahre erlebbare Leben zu huldigen. Auf "bessere Zeiten" zu warten ist reinste Zeitverschwendung und macht blind für die momentanen Freuden.
Das ist Aldi in Boavista dos Pinheiros, kurz nach Odemira, wenn man Richtung Süden nach Sagres fährt.
Brücke über den Ribeira de Seixe. Danach gab es dieses Mal eine Umleitung über Odeseixe und kleine und extra hergerichtete Straßen bis zum Ort Maria Vinagre.
Diese fast 200 Meter lange Mauer kurz vor Odeseixe entlang des Seixe-Flusses war auf ganzer Länge mit Street art graffiti bemalt. Schade, dass ein Stopp schlecht möglich war. So eine umfangreiche Darstellung der portugiesischen Lebensart hatte ich noch nie gesehen.
Vila do Bispo, hier bin ich schon fast in Sagres, nur noch 9 Kilometer.
An dieser Stelle setze ich meinen Bericht fort. Heute ist schon Samstag, der erste Strandtag liegt hinter mir. Ich habe gerade die Zeit gecheckt, die Ortszeit ist 19 Uhr, in Chemnitz ist es 20 Uhr. Eigentlich macht das jetzt im Sommer so gut wie keinen Unterschied. Ich will versuchen, heute noch mit Stativ auf die Klippe zu gehen, um den Sonnenuntergang festzuhalten. Bis dahin dürfte noch Zeit bleiben, um mein ziemlich kärgliches Abendbrot einzunehmen.
Nun ist es auch hier 20 Uhr, aus meinem Vorhaben von den Klippen den Sonnenuntergang aufzunehmen wird nichts. Einerseits bin ich zu faul, andererseits hat der neue freundliche Typ am Empfang mir mitgeteilt, dass meine vorab gebuchten 8 Tage um weitere 8 Tage verlängert werden können. Das heißt, mein Abreisetag wird der 6.7.2025 sein, ein Sonntag.
Es war insgesamt etwas schwierig. Man hatte für mich ein Suite zur Straßenseite hin vorgesehen. Das habe ich rundweg abgelehnt. Die eine Nacht im vorigen Jahr mit den klappernden Gully-Deckeln hat mir gereicht. Nach längerem Hin und Her gab er mir das Appartement 201, das in der 2. Etage zur Hofseite liegt. Das Meer ist zwar auch zu sehen, aber es ist die Ostseite. Das ist zwar gut für Videos der Sonnenaufgänge, schlecht aber für Videos der Sonnenuntergänge. Bisher war ich immer in einer der Suiten 309, 308 oder 307.
Nun hatte es der freundliche Typ geschafft, trotz Vollbelegung des Hauses für meine 8-Tage-Verlängerung die Suite 306 zu organisieren. Wie ich später feststellte, ist die 306 der absolute Hammer, es ist das für mich beste Appartement des ganzen Hotels. Auch deshalb habe ich heute Abend den Weg zur Klippe gestrichen. Mir würden sich noch genügend Gelegenheiten bieten, die Sonnenuntergänge zu filmen. Als Langschläfer ist es für mich schwierig, früh in der halben Nacht mit dem Stativ am Klippenrand zu stehen. Zwar sind Sonnenaufgänge bei richtigem Wetter auch sehr schön, doch aus meiner Suite 201 fehlt die freie Sicht.
Übrigens, der Sagres-Wetterbericht sieht sehr gut aus. Kein Regen, nur Sonne, ein frischer Wind, allerdings früh und abends Dunst am Horizont über dem Meer.
Der ungewöhnliche Blick auf den Hof an der Ostseite des Aparthotels war einem Buchungsfehler zu verdanken. Ich habe erst nach einer Woche auf die mir gewohnte Westseite umziehen können.
Der Blick nach Osten ist nur in diesem Bereich frei bis zum Horizont. Die Sonne geht aber weiter links auf, so dass hier von diesem Balkon aus keine Videos möglich sind.
Das ist der Blick nach Norden von Suite 201 aus gesehen.
Ostseite vom Hotel. Die Suite 201 liegt ganz links in der mittleren Etage.
Was ich heute gemacht habe? Nicht viel und dabei für mich Erkenntnisse gesammelt. Gegen 11 Uhr ging ich hinunter zum Mareta-Strand, mit Latschen und einigermaßen strandmäßig gekleidet. Meine ISO-Matte hatte ich mit, dieses Teil ist das Leichteste. Warum erwähne ich das? Nun, wegen meiner immer noch nicht verschwundenen Rückenbeschwerden wurde meine Ausrüstung gefühlt immer schwerer. Selbst auf das Smartphone habe ich verzichtet, weil es alleine vielleicht schon ein halbes Kilo wiegt.
Ich nahm den Pfad hinunter, der zwar nicht erlaubt ist, aber ziemlich direkt zum Strand führt. Es war dieses Mal für mich ein schweres Stück Arbeit. Der Strand war mäßig belegt, kein Vergleich mit dem Massentourismus mancher bekannter Urlaubsstrände. Vor allem sind mir die vielen kleineren Kinder aufgefallen. Nicht umsonst wird der Mareta-Strand als familienfreundlich gepriesen.
Im Wasser patschend ging ich bis zum westlichen Ende und machte mein Lager zurecht. Die ISO-Matte hilft sehr. Ohne sie würde ich mich nicht mehr hinlegen. Es war zwar windig, aber im Schutz der Felsen trotzdem heiß, gefühlt um die 30° C. Die Sonne donnerte ihre Strahlen auf die Erde herab, als ob es einen Wettbewerb gäbe. Dabei ist sie sowieso das Einzige was wir haben, meist ein Segen, oft aber auch ein Fluch, vor allem wenn ich an die zunehmenden Trockengebiete dieser Erde denke.
Natürlich mache ich hier kein Umweltschutz-Thema auf, aber ab und zu an die Verletzlichkeit unseres Daseins zu denken, die übrigens ganz unterschiedliche Ursachen hat, ist nicht nur angebracht, sondern wahrscheinlich zunehmend notwendig. Wer uns auf jeden Fall überlebt ist Mutter Natur. Wie lange wir dabei sein dürfen, hängt auch ein wenig von unserem Handeln ab.
Meine etwa vier Stunden am Strand (inklusive An- und Abmarsch) verbrachte ich mit Wasserlaufen, Sonnencreme auftragen, Mittagsbrot zu mir nehmen, fotografieren, videografieren, kurze Zeiten in der Sonne liegen und Leute beobachten. Während sich die meisten Eltern spielend um ihre Kinder kümmerten, gab es auch desinteressierte Erwachsene, die teilnahmslos stundenlang in der Sonne schmorten. Es gibt eben die unterschiedlichsten Auffassungen, was Urlaub eigentlich bedeutet.
Praia da Mareta, mein Hausstrand vom Aparthotel Navigator in Sagres am 21. Juni 2025
Die Festung von Sagres, in der im 15. Jh. Prinz Heinrich eine Seefahrerschule unterhielt. Prinz Heinrich, auch als "Heinrich der Seefahrer" benannt, war der dritte Sohn des Königs Johann Dom João I. von Portugal.
Die Liegen und Sonnenschirme gab es in den vergangenen Jahren noch nicht. So langsam kommerzialisiert sich der Strandbetrieb wie in den Urlauberhochburgen der östlichen Algarve.
Das Hotel Navigator ist das erstgebaute Hotel aus den 60-iger Jahren. Seither hat man die Höhe der Hotels begrenzt.
Eines kann ich jetzt schon sagen, die Nacht wird kurz. Während ich hier schreibe ist es schon eine halbe Stunde nach Mitternacht. Ich habe eben vielleicht noch eine Stunde amerikanische Musikvideos geschaut, dabei einen Cappuccino mit Kaffee getrunken und zwischendurch die Batterien der TV-Fernbedienung erneuert. Es scheint auch hier so zu sein, dass ich zu gebotener Stunde eben noch nicht reif bin für die Nachtruhe. Zu Hause ist das oft so.
Leider musste ich feststellen, dass die ehemals vorhandenen deutschen und englischen Fernsehsender fehlen. Es sind ausschließlich portugiesische Sender programmiert, vielleicht auch ein paar spanische Sender, eigentlich schade. Sicherlich hat das etwas mit dem neuen Hotel-Besitzer zu tun. Ich meine, es ist von Nachteil, englische und deutsche Sender wegzunehmen, da nach wie vor viele Urlauber aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und auch aus England kommen. Aber was soll's. Meine Meinung ist hier nicht gefragt.
Der besagte Musikkanal ist da eine Ausnahme und für mich interessant. Es laufen non-stop amerikanische bzw. englische Musikvideos, die ich großteils nicht kenne. Sie stammen vor allem aus den 80-er Jahren und beschreiben z.B. Szenen und Sorgen der europäischen Auswanderer in die USA in den 20-er Jahren. Auch Video-Songs zu Themen des Vietnam-Krieges sind dabei, die ich so auch noch nicht gesehen habe. Es ist durchweg gute Musik mit dem Look der 70-er, 80-er und 90-er Jahre. Ich bin bei diesem Sender hängen geblieben, was sonst zur Nachtzeit nicht meine Art ist.
Wie gesagt, während ich hier schreibe bin ich munter wie ein Fisch im Wasser. Das ist übrigens auch so eine Redewendung. Woher wissen wir, ob ein Fisch nicht auch müde sein kann. Aber ich habe eine große Portion Schlaf schon weg, und morgen bestimmt niemand, wann ich aufzustehen habe.
Es ist sowieso komisch, ich muss schreiben, wenn ich kann, und nicht wenn ich muss. Manchmal sitze ich vor dem Screen, ohne dass mir vernünftige Gedanken aus den Fingern fließen. Dabei will ich nicht behaupten, dass alles von mir Geschriebene vernünftig ist. Aber es hat zumindest Struktur, während sich Gedanken oft strukturlos und chaotisch äußern.
Blick nach Osten mit Abendsonne im Rücken
Danke Aldi, mein Abendbrot war gesichert
Diese Ansicht von Sagres bei Nacht mit den blinkenden Leuchttürmen ist mir in Suite 201 nicht vergönnt. Das ist mir gerade eben bei meinem Kontrollgang auf dem Balkon aufgefallen. Die Lichter der Stadt wirken statisch und monoton, wenn die Blitze der beiden Türme fehlen. Auch die beleuchteten Festungsmauern tragen zum mystischen Nachtbild von Sagres bei. Das alles ist auf der Ostseite des Hotels nicht zu sehen.
Mein Schreibplatz neben dem Bett. Mit der zweiten separaten Tastatur schreibt es sich besser. Laptop-Tastaturen und das Mousepad sind für mich so gut wie nicht benutzbar.
Der heutige Tag verlief ähnlich wie der gestrige. Bis 11 Uhr brauchte ich für mich, danach Abmarsch zum Mareta-Strand, wo heute noch weniger Leute waren. Ich habe sogar meinen gestrigen wind- und wellengeschützten Platz einnehmen können. Die Wellen waren etwas höher im Vergleich zu gestern, dementsprechend blies auch der Wind kräftiger.
Bei Ankunft hinter ein paar größeren Felsen und zwischen den herumliegenden Steinen passierte es. Was? Das Ergebnis zuerst: Eine blau-grün-violett gefärbte große rechte Zehe, die auch noch zusehends anschwoll. Ich hatte mich mächtig gestoßen. Ich beeilte mich, mit den Füßen ins Wasser zu kommen. Das kühle Nass war zwar wohltuend, schon wegen der Schmerzlinderung, aber der bunte Anstrich blieb trotzdem. In der Hoffnung, dass die Schwellung bald zurückgeht, begann ich meine Strandwanderung im Wasser.
Nach zweimal Hin- und Herlaufen sah ich plötzlich ein benachbartes Pärchen aufspringen, um sich vor der Flut zu retten. Eine besonders große Welle hatte deren Lagerplatz erreicht und fast sämtliche Sachen überspült. Nun mussten die beiden umziehen und einige große Felsen dekorieren, damit alles wieder trocknet. Mein etwas höher gelegener Platz blieb sowieso trocken. Sicherheitshalber packte ich aber meine Taschen auf einen noch höheren Stein.
Die Schwellung meiner Zehe nahm trotz Meerwasserspülung nicht ab, im Gegenteil. Später hatte ich Mühe, schmerzarm meine Latschen zu benutzen. Ganz barfuß laufen wollte ich aber auch nicht. Früher hat uns das als Kinder nichts ausgemacht. Die Pfützen nach dem warmen Gewitterregen waren für uns immer eine Wohltat.
Gegen 15 Uhr stand ich schon wieder unter der Dusche, danach brachte Hepathrombsalbe etwas Linderung. Gut, dass ich die halbe Apotheke dabei habe. Hoffentlich geht wenigstens die Schwellung bald wieder zurück. An blaue Flecken bin ich als Bluter gewöhnt.
Auch heute habe ich nachmittags etwas geschlafen, das Wasserwandern strengt mich an, tut aber gut. Ich will unbedingt daran festhalten, da das Laufen im Sand und Wasser die Fußmuskulatur stärkt und nebenbei meine sonst nötigen Stützkniestrümpfe teilweise überflüssig macht.
Der Mareta-Strand war wieder wenig besucht, vielleicht wegen der Hitze.
Sogar die Liegen unter den Sonnenschirmen waren leer.
Das ist das hintere (westliche) Ende vom Mareta-Strand. Der Stein vorn rechts im Bild hat meine Zehe verfärbt.
Zum Kühlen war das Wasser kalt genug. Jetzt musste ich erst recht im Wasser laufen, trotzdem wurde meine Zehe immer dicker. Man müsste das Meer zu Hause immer vor der Tür haben.
Die erste Sichtung der Videos hat Handlungsbedarf erzeugt. Das mittig angebrachte Navi auf meiner Ablage hinter der Windschutzscheibe spiegelte sich trotz Samtabdeckung in der Scheibe und erschien so schemenhaft auf den Videos der DJI Action-Kamera. Ich musste das Navi nach ganz links versetzen, wo das alte kleinere Navi angebracht war. Dadurch hat sich die Spiegelung erledigt, da der Aufnahmebereich der Kamera nicht bis dorthin reicht.
Ein weiteres Problem für saubere Videos sind die sich während der Fahrt unweigerlich ansammelnden Verschmutzungen der Scheibe. Da helfen nur öfteres Anhalten und ein guter Glasreiniger. Da mein Powerschaum-Spray aufgebraucht ist, hatte ich nach Ersatz gesucht, denn das Spray war nirgendwo in Chemnitz zu bekommen. Ich weiß auch nicht mehr, wo ich dieses Wundermittel gekauft hatte. Ein Desinfektionsmittel, wie wir es während der Corona-Pandemie benutzt hatten, war die Lösung. Es verdunstet zwar außerordentlich schnell, es löst aber auch alle Fliegenrückstände auf der Scheibe.
Es gibt noch ein Problem, Videos auf längeren Fahrten aufzunehmen. Ich habe nur 128-GB-Smartcards, die oft gewechselt werden müssen. 18 bis 20 Minuten Video ergeben immer eine 16-GB-Datei. Die DJI Actioncam kann bis zu 512 GB große Smartcards beschreiben. Ich müsste also mehr Geld ausgeben. Zur Zeit reicht die Anzahl der vorhandenen Karten für den ganzen Tag aus, selbst wenn ich z.B. 10 Stunden fahre. Abends übertrage ich dann die Dateien per Laptop auf eine externe 5-TB-Festplatte. Dabei limitieren die USB-Schnittstelle und die maximale Schreibgeschwindigkeit der Platte die mögliche Geschwindigkeit der Datenübertragung. Es dauert ziemlich lange, bis alle Smartcards gesichert sind. Das Verfahren ist für große Datenmengen nicht praktikabel. Die Lösung wäre eine externe SSD in Verbindung mit einem schnellen USB-Anschluss. Aber auch das kostet zusätzliches Geld.
Das frühere Temperaturproblem hat sich wahrscheinlich endgültig erledigt. Die zwei Radiallüfter blasen derart stark, dass die Actioncam nicht mehr wegen Überhitzung abschaltet. Allerdings ist der Geräuschpegel so hoch, dass ich das Radio lauter drehen muss und meine Kommentare nicht mehr hörbar sind.
Das mittig montierte Navi spiegelt sich in der Frontscheibe, vor allem bei ungünstigem Lichteinfall.
Ich habe das Navi nach links versetzt und an der Frontscheibe mit Saugnapf befestigt. Geblieben ist das noch nicht ausgebleichte Stück Samt zum Abdecken des Loches der alten Navibefestigung.
Die Samtmatte hat gerade einen Sommer funktioniert. Der Samtstoff bleicht von der Sonne sehr schnell aus.
Die rechte graue Säule musste ich auch ein Stück mit Samt bekleben. Insbesondere in Kurven war die graue Säule in der Scheibe zu sehen.
Nicht nur das Navi hatte sich in der Frontscheibe gespiegelt. Auch alle glänzenden und vor allem Chromteile, die von der Sonne im Innenraum erreicht wurden, waren in der Scheibe zu sehen.
Eine Samtpapier-Abdeckung, die ich über das mittlere Bedienfeld geklebt hatte, brachte zwar Abhilfe. Die Spiegelungen waren weg. Das hatte alles soweit ganz gut geklappt, war aber mit dem Nachteil verbunden, dass der Schalter für die Warnblinkanlage nicht direkt erreichbar war. Zum Warnblinken musste ich jedes Mal das geklebte Samtpapier teilweise wieder ablösen.
Ich habe nun das Samtpapier ganz entfernt und versuchsweise das Bedienfeld mit einem schwarzen T-Shirt abgedeckt. Es funktioniert. Auch diese Spiegelungen sind weg. Ich muss nur noch ein geeignetes Stück Stoff beschaffen.
Übrigens, der Samtbezug der gesamten Frontabdeckung hinter der Windschutzscheibe bleicht langsam aus. Er ist schon heller geworden. Hier muss ich auch noch eine Lösung durch anderes Material finden, oder wenigstens den Samtbezug erneuern. Jeder Unterschied im schwarzen Farbton des Abdeckmaterials macht sich als ganz leichte gespiegelte Kante auf der Windschutzscheibe bemerkbar und ist bei ungünstigem Lichteinfall z.B. im blauen Himmel des Videos zu erkennen.
Insgesamt ist natürlich alles nur ein Notbehelf. Die Autoinnenteile sind eben nicht reflexionsfrei und die Frontscheibe wirkt wie ein Spiegel. Da auch keine Objektiv-Filter helfen, bliebe nur die Montage der Actioncam außerhalb vom Fahrzeug. Wegen Diebstahl, den Befestigungsmöglichkeiten und dem zusätzlichen Aufwand der wiederholten Montage und Demontage ist mir die Anbringung im Innenraum trotzdem lieber.
Mir fällt gerade ein, auch die dauerhafte Stromversorgung wäre außerhalb des Fahrzeugs ein Problem. Die Kamera müsste im Akkubetrieb laufen, mit entsprechend verkürzter Betriebszeit.
Jetzt wird die Actioncam über einen 12V-5V-Wandler bei Betrieb im Auto ständig mit Strom versorgt. Dadurch ist auch der Akku der Actioncam immer geladen. Die 12V-Quelle ist auch bei ausgeschalteter Zündung aktiv, so dass die Aktioncam nie abschaltet, auch wenn das Auto nur parkt. Ebenso laufen die Lüfter immer, damit die Kamera nicht wegen Überhitzung abschaltet.
Auch das Bedienfeld und vor allem die Chromteile waren in der Scheibe zu sehen.
Schwarzer Samt war die Lösung. Allerdings ist damit der Schalter für die Warnblinkanlage verdeckt. Ich kann zwar den sebstklebenden Samt ablösen, aber verkehrssicher ist das nicht. Da musste noch eine andere Lösung her.
Einfacher schwarzer Stoff, hier ein T-Shirt vom mir, hat geholfen. Nun ist zwar noch mehr vom Auto verdeckt, aber der Stoff lässt sich schnell entfernen. Allerdings sind nun noch mehr Lüftungsklappen funktionslos.
Der Schatten von der Frontabdeckung zum Stoff ist manchmal immer noch ein Problem.
Eigentlich wollte ich heute nach dem Einkaufen bei Lidl noch zum Strand gehen, um meine Füße zu trainieren, aber daraus wurde nichts. Bei Lidl in Vila do Bispo gab es nicht alles was ich wollte, z.B. Ziegenkäse und Eiweißbrot.
Deshalb war noch der Aldi angesagt, aber auch dort fehlte einiges, was ich sonst immer kaufe. Überhaupt war der Aldi wieder gähnend leer. Er war ja erst im März vorigen Jahres eröffnet worden, vielleicht gehen die Leute doch lieber zum Lidl.
Nach dem unvollständigen Einkauf, aber trotzdem mit vollem Einkaufswagen, bin ich erst einmal zu meinem Lieblingsrastplatz gefahren, um Mittag zu machen. Ich habe mir eine Apfeltasche gegönnt. Außer einer jungen Frau mit ihrem 5-jährigen Mädel war niemand da. Es waren Deutsche, wir unterhielten uns eine Weile. Die Kleine hat mir freiherzig erzählt, dass sie am kommenden Freitag Geburtstag hat. Sie wird 5. Sie sagte, sie wüsste noch nicht, wo sie in die Schule gehen würde, in Portugal oder doch vielleicht in Deutschland. Sie lebt mit Mutter und Vater großteils in Portugal.
Nun stand noch der Keramikladen in Raposeira auf meinem Zettel. Ich brauchte noch etwas buntes Geschirr. Der Laden in Sagres ist ja nun weggefallen. In Raposeira stand ich vor verschlossener Tür. Merkwürdig, normalerweise haben alle Läden auch in Portugal wochentags auf. Auf dem Schild stand, dass Sonntags und Montags geschlossen sei. Was nun?
Ich fuhr ein Stück weiter zur Kirche, sie war auch wie fast immer geschlossen. Da es erst 16 Uhr war, wäre der Ingrina-Strand ein lohnendes Ziel gewesen. Doch auch das war mir nicht vergönnt. Am Ortsausgang war die einzige Landstraße zum Meer gesperrt. Eine Straßenbaumaschine zog neuen Teer auf.
Zum Praia do Barranco hätte ich fahren können, doch das wollte ich mir heute nicht mehr antun. Die Zufahrt ist katastrophal mit Schlaglöchern übersät und auf dem letzten Stück auch noch durch aufgebrochenes Straßenpflaster fast unpassierbar. In 2024 war es wenigstens so, in diesem Jahr wahrscheinlich nicht besser.
Ich fuhr zurück. Meine Suite wartete schon auf mich.
Gutes Pflanzen-Angebot beim Lidl in Vila do Bispo, doch leider nicht mein Eiweißbrot und der Ziegenkäse.
Der Kreisverkehr mit der Fischer-Skulptur in Vila do Bispo
Eigentlich wollte ich beim Aldi nur meinen Ziegenkäse holen. Wie so oft ist der Wagen voll geworden.
Mittagspause auf meinem Lieblingsrastplatz an der M1265. Bis auf eine junge Frau mit Kind aus Deutschland, die in Portugal wohnt, hatte ich keine Unterhaltung. Es ist schon erstaunlich, wie viele Deutsche auch in Portugal ansässig sind.
Heute früh war der Himmel über dem Meer blau, Richtung Nordosten aber bedeckt. Nach 11 Uhr änderte sich alles, wahrscheinlich weil das meine Startzeit ist. Die Sonne stand nun soweit im Westen, dass die paar Wolken keine Chance mehr hatten.
Da gestern der Keramikladen geschlossen war, stand ich heute kurz vor halb zwölf auf dem Parkplatz in Raposeira. Dieses Mal habe ich mir für den Rundgang etwas mehr Zeit genommen. Der Laden war voll, nicht nur voller Keramik, sondern auch voller Leute. Das habe ich dort so noch nie erlebt. Selbst auf dem großen Parkplatz musste man suchen, um eine freie Lücke zu finden.
In der vorderen Hälfte des Ladens erwartete mich das mir schon vom vorigen Jahr bekannte Angebot. Ich war auf bunt bemaltes Geschirr aus, die moderne unifarbene, zweifarbige oder sogar ganz weiße Keramik trifft überhaupt nicht meinen Geschmack. Bunt muss alles sein, schön handbemalt und portugiesisch authentisch.
Schon schwand meine Hoffnung, das Richtige zu finden. Doch siehe da, im hinteren Teil des Ladens war genau das Sortiment, das ich schon vom Keramikladen in Sagres kannte. Leider ist dort letztes Jahr aus dem Keramikladen ein Surfer-Zubehör-Laden geworden, siehe Bericht von 2024. Nun gut, das bunte Sortiment wurde sogar noch durch einen rundum laufenden Werbe-TV vorgestellt. Man konnte so den Malkünstlern über die Schulter schauen.
Ich fand, was ich wollte: Ein Schüsselchen für die Erdbeeren, einen flachen Abendbrotteller und zwei Trinktöpfe. Das Dekor war zwar bei jedem Stück unterschiedlich, aber eben bunt handgemalt und doch ähnlich.
Ich habe mir das Produktionsvideo eine ganze Weile angeschaut und später sogar mit der Gimbal-Kamera aufgenommen. Später deshalb, weil ich beim ersten Rundgang und Kauf überhaupt keine Hand mehr frei hatte. An der Kasse musste ich mich anstellen. Das Verpacken jedes einzelnen Teils in bedrucktes Werbepapier dauert seine Zeit. Anzumerken ist, dass die Werbebotschaften nicht den Keramikladen betreffen, sondern alles andere, was über portugiesische Briefkästen beworben wird.
Der Keramikladen in Raposeira an der N125. Leider hat der Laden am Sonntag und Montag geschlossen.
Eigentlich ist das Sortiment mit dem früheren Laden in Sagres vergleichbar.
Glatte Formen und Farben scheinen modern zu sein.
Doch habe ich dieses Mal "meine" Kollektion gefunden. Die Entstehung der wirklich schönen Muster konnte ich sogar per Video verfolgen. Ich hatte noch nie gesehen, mit welcher Leichtigkeit die komplizierten Muster einfach so ohne Hilfsmittel von Hand auf die Keramik gemalt werden.
So, eben bin ich abgeschmiert, natürlich nicht vom Himmel gefallen, sondern eingeschlafen und habe für eine halbe Stunde mein Innerstes betrachtet. Es ist jetzt 22 Uhr 30, ich war vorhin so müde, dass ich erst einmal ein Päuschen beim Schreiben eingelegt hatte. Der Nachmittags-Wasserlauf war anstrengend, doch dazu ist weiter unten nachzulesen.
Die Keramik habe ich ins Auto geschafft, dann bin ich nochmals los. Zuerst hatte ich Bedenken, einfach so mit der Kamera durch den Laden zu laufen. Da aber andere Leute auch ständig ihr Smartphone für Fotos bzw. Videos benutzten, klapperte ich alle Gänge des Ladens mit meiner Kamera ab.
Auch einen kleinen separaten Raum gleich neben dem Eingang ließ ich nicht aus. Dort war es zwar relativ dunkel, doch meine DJI Pocket 3 ist sehr lichtstark, sie liefert selbst bei 4k50-Videos sehr gut ausgeleuchtetes Material, ohne dass das Video schon sichtbar verrauscht ist.
Mir war ein kleiner Salzstreuer in Form einer bunten Eule aufgefallen, den musste ich noch mitnehmen. Der Eulen-Fan in unserer Familie wird sich freuen. Ich weiß immer nie, was ich und ob ich ein Geschenk kaufen soll. Heutzutage ist niemand mehr auf irgendwelche praktischen Dinge angewiesen, die man als Geschenk überreichen könnte.
Ich schenke lieber nichts, und doch ist eine kleine Aufmerksamkeit manchmal schön, für beide Seiten, für den Beschenkten und auch für mich. Manche Leute müssen im Urlaub alles Mögliche kaufen, damit niemand zu Hause benachteiligt oder vergessen wird. Wo dann viele der Geschenke landen, weiß jeder von uns.
Vom Keramikladen in Raposeira aus musste ich nochmal zum Aldi in Vila do Bispo. Ein paar Kleinigkeiten fehlten noch von meiner gestrigen Einkaufsliste. Eiweißbrot habe ich aber auch heute nicht bekommen. Vielleicht hat das der hiesige Aldi nicht im Sortiment. Zu Hause ist das nie ein Problem. Trotzdem waren viele Dinge im Wagen, die ich eigentlich heute überhaupt nicht kaufen wollte. Doch ich sage immer: Es ist besser man hat, als man hätte. Ich bin ja noch eine paar Tage hier, so dass ein kleiner Vorrat im Kühlschrank nur positiv zu werten ist.
Bemerkenswert fand ich diese großen Keramikbilder. Früher waren sehr große Keramikplatten produktionstechnisch überhaupt nicht möglich. Heutzutage findet man auch z.B. in Bädern riesige Platten, die meist sogar auf die konkrete Wand zugeschnitten werden.
Die Regale sind voll. Wer hier nichts findet, ist selber schuld oder mag keine Keramik.
Auch die Eule rechts war Traum meiner Begierde, ein Salzstreuer als Mitbringsel für den Eule-Liebhaber in unserer Familie.
Der neue Aldi ist oft menschenleer, zumindest habe ich das so erlebt.
Ich hatte vor, meine Mittagspause wieder auf dem Lieblingsrastplatz zu verbringen. Dazu wollte ich heute früh eine Apfeltasche einpacken, was ich natürlich prompt vergessen habe. Ersatzweise hätte ich das Genuss-Stück beim Aldi kaufen können, doch dort war nichts Geeignetes zu finden.
Mir blieb nichts anderes übrig, als doch noch einmal zum Lidl zu fahren. So mit dem Nötigen versorgt, fuhr ich endlich zum Rastplatz. Es war inzwischen 13 Uhr geworden.
Wieder war ich weit und breit der einzige Besucher. Mir war's recht so. Um so beruhigter konnte ich meinen Mittagsschlaf auf der Bank machen. Das harte Holz ist zwar überhaupt nichts für meinen Rücken, der übrigens immer noch ab und zu weh tut, aber ich versuchte wie immer mit einer Decke und dem Kopfkissen ein angenehmes Lager herzurichten. Bloß gut, dass ich immer alles dabei habe. Noch einfacher wäre es, meine Auto-Suite zu nutzen, doch bei der Hitze geht das nicht.
Auf der kurzen Strecke hinunter zum Castelejo-Strand kamen mir einige Autos entgegen. Das wunderte mich, denn es war noch früh am Tage. Vielleicht gibt es dort unten keinen Parkplatz mehr, waren meine Gedanken. In der letzten Kurve hatte ich Gewissheit: alles voll. Manchmal muss man Glück haben, gerade wurde ganz unten in Strandnähe ein Platz frei. Besser hätte ich mir es nicht wünschen können.
Heute war aber auch wirklich viel los. Man merkt das am Strand nicht, der ist groß genug. Man merkt es nur an der Parknot. Auf der Zufahrtsstraße zu parken ist nicht möglich, die ist viel zu schmal, dazu noch sehr kurvenreich. Für den Gegenverkehr sind sogar in gewissen Abständen Ausweichtaschen vorhanden.
Wieder mit meiner ISO-Matte auf dem Rücken war ich bemüht, möglichst schnell zum Wasser zu kommen. Ich lief bis zum südlichen Ende. Die Wellen waren trotz des nachgelassenen Windes ziemlich hoch, außerdem war Flutzeit. Ganz hinten reichten die Wellen bis an das dort liegende Steingeröll heran. Etwa 50 Meter weiter vorn fand ich einen trockenen Platz weiter oben am Klippenrand und außer Reichweite der Wellen. Dort ließ ich meine Sachen auf der ISO-Matte und hatte so beim Wasserlaufen nicht so viel zu schleppen.
Ich hatte den Rastplatz wieder einmal für mich ganz allein, ohne beim Mittagsschlaf gestört zu werden.
Start Richtung Meer. Ich will zum Castelejo-Strand.
Links geht es zum Castelejo, rechts zum Cordoama.
Dieser Parkplatz etwas oberhalb vom Castelejo-Strand wurde vor einigen Jahren neu angelegt und kürzlich ausgebaut. Wenn hier schon viele Autos stehen ist unten am Strand erst recht alles voll. Ich bin auf gut Glück bis zur Strandbar gefahren und fand tatsächlich dort noch einen gerade frei werdenden Platz. Es ist angenehm, wenn man seine Sachen nicht so weit tragen muss.
Nur mit Badehose lief ich auf meinem Strandabschnitt hin und her, immer mit den Gedanken, etwas Wohltuendes für meine Füße zu leisten. Der Bluterguss meiner Prellung hatte sich ausgeweitet und vom großen Zeh aus auch den Rest des Vorderfußes blau-lila gefärbt. Die Schmerzen hielten sich in Grenzen, das kühle Wasser-Gequirle um meine Füße herum tat mir gut.
Sehr lange habe ich den Marsch mit freiem Oberkörper nicht ausgehalten. Wohl oder übel mussten ein T-Shirt und Käppi etwas Abhilfe bringen. Für das Sonnenbaden auf der ISO-Matte war es sowieso zu heiß.
Ich hatte zwar wichtige Stellen mit Sonnenschutzcreme behandelt, aber einen Sonnenbrand musste ich unbedingt verhindern, es war heute einfach zu heiß. Gefährlich ist es am Meer sowieso, der ständig vorhandene Wind unterdrückt zwar das Hitzegefühl, die UV-Strahlen wirken trotzdem.
Gegen 17 Uhr brach ich die Zelte ab, wie man so sagt. Kaputt und mit Mühe schleppte ich mich zum Auto, knapp eine Stunde später stand ich wieder auf dem Hotelhof. Da das Hotel voll belegt ist, sind Parkplätze oft Mangelware. Ich hatte Glück. Viele der Urlauber fahren gegen Abend nochmal zum Essen.
Leider habe ich mir doch einen leichten Sonnenbrand geholt. Man merkt das meist erst beim Duschen. Eigentlich müsste man am Meer den ganzen Körper bedecken.
So, nun ist Schluss für heute. Die Uhr zeigt Mitternacht. Trotzdem muss ich noch ein Leckerli zu mir nehmen, ich denke ein paar Erdbeeren mit griechischem Joghurt ist eine gute Wahl.
Mein Leckerli zog sich in die Länge. Zu schön war heute die noch angenehm warme Sommernacht mit guter Sicht auf den Sternenhimmel. Hier auf der Ostseite des Hotels überstrahlen die Lichter von Sagres nicht den Ausblick, so dass die Sterne zu sehen sind. Mir fehlt aber trotzdem das Blinken der beiden Leuchttürme.
Die Stille auf meinem Balkon ist relativ, und zwar deshalb, weil doch tatsächlich mitten in der Nacht einige Klimaanlagen eingeschaltet sind und dadurch die Lüfter der Klimakästen laufen. Ich könnte mit laufender Anlage nicht schlafen. Das zwar leise, aber trotzdem hörbare Geräusch im Schlafzimmer ist für mich unerträglich.
Die Parkplätze vom Castelejo waren zwar fast voll, doch der Strand trotzdem ziemlich leer. Das ist hier fast überall so. Die Strände sind alle lang genug, viele Leute nebeneinander gibt es nicht.
Am südlichen Ende des Castelejo sammelt sich immer mehr Geröll durch die ständigen Abbrüche der steilen Klippenfelsen. Es muss besonders im letzten Winter starke Stürme gegeben haben.
Blick aus meiner Not-Suite Richtung Osten. Die Südküste sieht man trotzdem, muss aber hoch genug sein. In meiner Suite 201 ist der Ausblick gerade noch erträglich.
Die Abendmahlzeit ist nicht üppig, aber genau nach meinem Geschmack.
Vier Stunden Strandgang waren an diesem Mittwoch genug. Nur wenig Wind vom Süden bei rund 30°C machten mir zu schaffen. Dazu kommt noch, dass der Mareta-Strand relativ geschützt liegt. So war ich nur von 11 bis 15 Uhr außer Haus. Leider hatte der Zimmerservice auch keinen Bock, meine Suite in dieser Zeit auf Vordermann zu bringen. Früher hat das besser geklappt. Sobald ein Schlüssel abgegeben wurde, hatte das der Rezeptionist per Telefon dem Service mitgeteilt. Das scheint heute nicht mehr so zu sein.
Vom Strand gibt es nichts zu berichten, was neu oder erwähnenswert wäre. Ich hatte mein ISO-Matten-Lager wieder ganz am westlichsten Ende hergerichtet. Das Wasserlaufen tat gut, die Sonne brannte aber. Zeitweise hatte ich sogar meine Windjacke an, um so doch noch etwas vor der Sonne geschützt zu sein.
Zum Mittagessen gab's wie üblich eine Apfeltasche mit, passend dazu, einem Apfel. Ich habe heute nur eine kleine Flasche Wasser eingesteckt und auf den Strandrucksack verzichtet. Was ich unbedingt brauche passt auch in meine normale Umhängetasche. So spare ich an Gewicht. Auch die große Zoom-Kamera ist bei einem kurzen Strandgang nicht unbedingt nötig.
Mein von der Prellung verursachte Bluterguss ist auch noch nicht zurückgegangen. Ich hatte gehofft, die Wassergymnastik wirkt schneller. Die dunkle Färbung hat sich noch weiter ausgebreitet, trotz Behandlung mit Hepathromb-Salbe. Man muss eben geduldig sein, Schmerzen habe ich nicht mehr.
Es ist halb neun, ich sitze wieder am Laptop. Beim Abendbrot habe ich noch ein paar Nachrichten mit dem Smartphone versandt, d.h. ich habe es versucht. Ich komme immer noch nicht so gut mit dem Chat-Dienst "Signal" zurecht. WhatsApp hatte ich deinstalliert und mich für "Signal" entschieden. Die Sicherheitsrichtlinien sind wesentlich überzeugender. Ich habe auch versucht, alle privaten Bilder bei Google zu löschen. Dort wurde ja jede Menge ungefragt abgespeichert. Es scheint so, dass die Löschaktion nur zum Teil Erfolg hatte. Vielleicht erfolgt das endgültige Löschen automatisch erst zu einem späteren Zeitpunkt, ich hoffe das.
Dieses Foto ist nicht von meinem Balkon aus entstanden, das geht ja zur Zeit nicht. Ich bin zum Mareta-Strand gelaufen, und zwar über den steilen Pfad direkt hinunter zum Strand. Das Auto blieb heute auf dem Hotel-Hof.
Hier geht es steil bergab, bei Nässe nicht begehbar. Heute war es wie jeden Tag im Juni wunderbar trocken, dafür aber auch sehr heiß.
Selbst in der Mareta-Bucht wehte kaum ein Lüftchen. Bestimmt waren auch deshalb so wenig Leute am Strand.
Mareta-Strand vom westlichen Ende aus
Wegen geschwollener Beine musste ich heute das Wasserwandern ausfallen lassen. Gestern die Hitze war doch zu viel. Heute mit Stützstrümpfen ist die Belastung wieder erträglich. Ich hatte mir vorgenommen, bis Aljezur zu fahren und mich dort umzuschauen. Ich wollte noch einmal die Burg besichtigen und die alte Dorfkirche. Dazu ist es aber nicht gekommen.
Meine Spazierfahrt ging von Sagres über Vila do Bispo bis Carrapateira. Weiter kam ich nicht. Die Zeit vertrödelte ich mit dem Befahren von einsamen schmalen Straßen. Ich wollte einfach wissen, wo die parallel zur N268 verlaufenden Wirtschaftswege hinführen. Es sind öffentliche Straßen, allerdings im erbärmlichen Zustand. Dünn verstreut sind einzelne Häuser vorhanden, die nur zum Teil noch bewohnt sind. Wahrscheinlich waren es kleine ehemalige Bauernhöfe. Ein Teil zerfällt, einzelne Häuser werden aber auch wieder hergerichtet.
Die meiste Zeit verbrachte ich aber auf der Küstenstraße westlich von Carrapateira. Dort gibt es viele interessante Klippenformationen mit schönen Ausblicken aufs Meer. Was mich natürlich am meisten interessiert, sind neue Ein- und Ausblicke für Fotos und Videos.
Leider verhinderte meine eingeschränkte Mobilität, noch mehr von der Küste zu erkunden. Vor allem das Stativ und die schwere Zoom-Kamera mussten im Auto bleiben. Trotzdem genoss ich die Freiheit dieser westlichen Atlantikküste, wohl wissend, dass auf der anderen Seite Amerika liegt. Aber dieser Traum ist eine völlig andere Geschichte.
Der Hafen unterhalb vom Restaurante Sítio Do Forno scheint fertig zu sein. Der Bagger war weg, auf der neuen Betonplatte lagen ein paar Boote. Schade, dass man nicht hinunter darf.
Sogar den mir noch unbekannten Praia da Zimbreirinha habe ich besucht. Das heißt aber nur, dass ich bis zu den Fischerhütten oberhalb des Strands gekommen bin. Bis ganz hinunter zum Meer muss man laufen, außerdem habe ich aus der Ferne nur Steingeröll, aber keinen Sandstrand ausmachen können.
Der krönende Abschluss war dann die Aussichtsplattform oberhalb vom Praia da Bordeira.
Abseits von der Hauptstraße gibt es zwar fast nur holprige Wirtschaftswege, dafür aber jede Menge Natur. Vor allem Distelgewächse halten dem heißen Sommer stand und blühen lange.
Der Fischerhafen unterhalb vom Restaurante Sítio Do Forno ist öffentlich nicht zugänglich.
Die neue große Betonplatte für die Boote ist fertig.
Ein weiterer Fischerhafen mit teils verlassenen Hütten ist oberhalb vom Praia da Zimbreirinha. Der Strand selbst besteht nur aus Steinen, als Badestrand ungeeignet.
Heute war Faulheit angesagt, andere bezeichnen so etwas als "kreatives Nichtstun". Nach dem Frühstück war ich noch einmal eingeschlafen, als es plötzlich an der Zimmertür klopfte. Das Reinigungsteam wollte saubermachen. Man entschuldigte sich, ich hatte wohl das Schild auf die grüne Seite gehängt.
Ich ließ den Schwarm herein, mein Schlaf war sowieso dahin. Vier Leute stürzten sich auf den Müll, die Handtücher im Bad, aufs Bett und mit dem Wischmob auf die Fliesen. Nach gefühlt 4 Minuten war alles vorbei. Mir war's recht so.
Nun konnte ich den Tag gelassen angehen. Das Zimmer war gemacht, deswegen gab es keinen Grund mehr, das Hotel zu verlassen, eine Störung war heute auch nicht mehr zu erwarten. Meine Mittagsmahlzeit auf dem Balkon zog sich in die Länge, der Lieblingsrastplatz wird sich gewundert haben.
Erst nachmittags merkte ich, wie kaputt ich eigentlich war. Ich hatte wieder etwas geschlafen. Jetzt ist es 16 Uhr 20, während ich diese Zeilen schreibe. Großartiges wird heute nicht mehr geschehen.
Und es geschah auch nichts, zwischenzeitlich ist es 22 Uhr geworden. Für Frankreich und auch die iberische Halbinsel hat man eine Hitzewelle angesagt. Morgen und übermorgen sollen es in Lissabon über 40°C werden. Das ist zwar nicht ungewöhnlich, aber Hitze und Unwetter treten öfter auf im Vergleich zu früher.
Normalerweise benutze ich mein Smartphone nur, wenn es unbedingt nötig ist. An diesem Abend versuchte ich noch, die Einstellungen des Kommunikationsdienstes "Signal" zu ergründen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Das ist aber nicht weiter schlimm. Nur sehr wenige meiner Bekannten nutzen den Dienst "Signal". Das schränkt natürlich die Kommunikationsvielfalt ein. Aber es gibt ja auch noch E-Mail und das ganz stinknormale Telefon. Bei "Signal" finde ich gut, dass uneingeschränkt Voice-Nachrichten und Video-Telefonie möglich sind. Man braucht keine zusätzliche App. Bezüglich Datenverbrauch muss ich mir keine Sorgen machen. Zu Hause läuft sowieso alles über WiFi und den eigenen Router, hier im Hotel ebenfalls kostenlos über WiFi vom Hotel.
Blick von Suite 201 aus nach Südosten. Es weht ein kräftiger Wind Richtung Meer.
Blick von Suite 201 aus Richtung Norden
Blick von Suite 201 aus, dieses Mal ohne Teleobjektiv. Das Meer ist nur als schmaler Streifen am Horizont erkennbar.
Frische reife Erdbeeren, dann noch griechischer Joghurt drauf, mehr Wünsche hatte ich bei der Hitze nicht. Für mich ist die Wärme auch nicht mehr so erträglich wie früher. Ich bin fast immer außerhalb der Saison hier gewesen. Da hatte ich eher mit Kälte zu kämpfen.
Heute war Umzugstag. Etwas aufgeregt trieben mich die kommenden Ereignisse kurz vor 8 Uhr aus dem Bett. Schon gegen 10 Uhr konnte ich meinen Schlüssel für die 306 abholen. Es ist tatsächlich die allerletzte Suite in der 3. Etage auf der Westseite des Hotels. Ruhiger geht es nicht, keine Motorgeräusche vom Parkplatz auf dem Hof, kein Gully-Deckel-Geklappre von der Straße im Süden. Autos auf dem Parkplatz sind nicht das Problem, Motorräder machen aber unzumutbaren Lärm, der gesetzlich weiter beschränkt werden sollte.
Da meine Prellung nebst Entzündung der Beine immer noch nicht in trockenen Tüchern ist, habe ich für heute nochmals einen Pflegetag vorgesehen. Das Hämatom ist zwar nur eine oberflächliche Einblutung, ignorieren kann ich das aber nicht. Zusätzlich hatte ich noch eine Art Sonnenbrand an den Unterschenkeln bekommen. Alles zusammen versuche ich mit Hepathromb-Salbe, Kühlung und Ruhe soweit wieder in Ordnung zu bringen, dass ich wenigstens wieder am Strand mein Wasserlaufen praktizieren kann.
Die schöne Aussicht hier in Richtung Westen hat mein Herz erwärmt, eigentlich garnicht nötig bei der Hitze. Ich bin eben verwöhnt von den vergangenen Jahren, in denen ich immer diesen Blick genießen durfte. Besonders die Sonnenuntergänge haben es mir angetan, zusätzlich auch die beiden Leuchttürme und überhaupt das Lichtermeer vom Heiligen Sagres bei Nacht.
Gestern bin ich beim Begriff "Sinn des Lebens" in der Wikipedia hängen geblieben. Was da alles mit dem sogenannten Sinn des Lebens verknüpft dargestellt wird, ist meiner Meinung nach total überzogen. Es ist zwar richtig, einen Begriff von verschiedenen Seiten aus zu beleuchten, doch gerade hier kommt der einfachste ursächlichste Grund (Sinn) des Lebens, nämlich die Art zu erhalten, viel zu kurz. Alle weitergehenden Gründe, dem Leben einen Sinn zu geben, leiten sich von dem biologisch jedem Lebewesen innewohnenden Trieb ab, das Dasein so auszurichten, dass möglichst viele (oder auch eine optimale Anzahl) Artgenossen weitere Lebenszyklen überstehen und damit die eigene Art erhalten.
Endlich wieder meine gewohnte Aussicht. Am Samstag um 10 Uhr bekam ich den Schlüssel für Suite 306.
Sagres liegt mir zu Füßen, auch nachts ein Traum für mich.
Der Mareta-Strand und die Fortaleza, immer im Blick.
Wie bestellt hatte mich heute wieder ein schon selbstverständlich schöner Sonnenuntergang verzaubert.
Zum "Sinn des Lebens" habe ich Ergänzungen in der Rubrik Philosophie gemacht. Neu aufgenommen wurde am 28.06.2025 Der Mensch und seine Kirche und Vom Sinn des Lebens.
Sonntag ist Tag der Ruhe, und so habe ich ihn auch verbracht. Wieder brauchte ich bis 11 Uhr, um dann nach Vila do Bispo zu fahren um einzukaufen. Und wieder musste auch der Aldi meinen Besuch erdulden, da es beim Lidl keine Erdbeeren gab. Wegen der vollen Einkaufstasche in Verbindung mit den gefühlten 40°C, zumindest im Auto, fuhr ich ins Hotel zurück, um meinen Kühlschrank zu füllen.
Was ich mir für den heutigen Tag vorgenommen hatte, weiß ich jetzt am Abend immer noch nicht. Eigentlich hatte ich wieder die Burg in Aljezur im Hinterkopf. Wasserlaufen im Meer war ausgeschlossen, mit Stützstrümpfen und entzündeten Beinen geht das nicht.
Es war schon nach 13 Uhr, da empfing mich nicht nur mein Lieblingsrastplatz, sondern auch eine Gruppe Halbwüchsige, die gemeinsam mit ihren Erziehern eine Party feierten. Der kleine Parkplatz war fast voll. Verdrüsslich musste ich auch feststellen, dass mein abseits gelegener Bankplatz im Schatten belegt war.
Ich wollte schon aufgeben und wieder fahren, da fing der Mann an, den Tisch abzuräumen. Kurze Zeit später schlurfte er mit seinem Plastik-Kühlbehälter an mir vorbei zum Auto. Meine Mittagsmahlzeit war gerettet. Trotzdem, lange hielt ich es auch im Schatten nicht aus. Es blies zwar leichter Wind aus südlicher Richtung kommend, aber die Hitze war für mich unerträglich.
Trotz der Burg im Kopf begriff ich, heute noch nach Aljezur zu fahren wäre reiner Wahnsinn. Ganz in der Nähe ist der Gleitschirmflieger-Startplatz, hier Miradouro da Cordoama genannt. Im Schritt-Tempo hoppelte ich über den besseren Feldweg, mit ein wenig Neugierde, ob Gleitschirmflieger da sein würden.
Außer einem mit sich beschäftigten Liebespaar war der Platz leer. Nicht ein einziges Auto war zu sehen. Mich wunderte nur, wie die beiden hierher gekommen waren. Nach Wandersleuten sahen sie nicht aus.
Die Aussicht war wie immer einfach super. Hier oben ging wenigstens etwas Wind vom Meer her. Dadurch belastete mich die Hitze nicht ganz so sehr. Ich packte mein Stativ aus. Die Videos haben sich gelohnt, da keine Gicht die Felsen hoch drückte.
Diese Möwe auf der Mauer vor meinem Balkon hat genervt. Ständig schrie sie, nach wem oder warum weiß ich nicht. Andere Möwen waren nicht in der Nähe. Krank sah sie aber auch nicht aus. Hätte ich gekonnt, hätte ich sie verscheucht, und mein Frühstück wäre wie sonst auch ruhiger abgelaufen.
Das gute Backwarenangebot beim Lidl nützt mir nichts, wenn das Fach der Apfeltaschen leer ist.
Allein auf meinem Lieblingsrastplatz
Der Cordoama-Strand, noch feucht von der Flut.
Bis zum sichtbaren Ende der Costa Vicentina im Norden gab es keinen Dunst. Ich hätte das so nicht erwartet, denn am saubersten werden die Videos früh am Morgen, wenn die Luft noch kühler ist.
Leider schaffe ich es meistens nicht, morgens etwas zeitiger aufzustehen. Früher war das anders. Da begann der Tag um 6 Uhr, die Arbeitszeit um 8, und das regelmäßig. Mit dem Wegfall der Pflicht, den Tag zeitig zu beginnen, schlich sich zunehmend das späte Aufstehen ein und in Folge das längere Arbeiten am Abend. Es ist nicht so, dass ich insgesamt weniger tue, aber eben jetzt um mehrere Stunden verschoben. Dagegen anzukämpfen finde ich nicht sinnvoll. Der Mensch ist, wie er ist. Die Freiheit, meine Zeit zu nutzen, wie ich es will, ist mir wertvoll.
Die Ruhe auf dem Gleitschirmflieger-Startplatz währte nicht lange. Zwei große Personentransporter eines Reiseveranstalters entließen ca. 20 Leute, die zielsicher an die vorderste Kante der Klippen stürmten. Mir war nicht wohl dabei, den beiden Fahrern auch nicht. Sie redeten auf die Ausflügler ein und bedeuteten ihnen, nicht zu unachtsam zu sein. Es waren auch Kinder dabei.
So schnell wie die Ruhe vorbei war, so schnell war sie auch wieder da. Nachdem jeder sein Handy-Foto gemacht hatte, stürzten die Leute zurück in die Autos, wohl schon in Erwartung der nächsten Sehenswürdigkeit. Die Fahrer hatten die Motoren laufen lassen, so dass es keine Probleme mit aufgestauter Hitze gab.
Mein Video-Set zog sich etwa eine Stunde hin. Wie gesagt, die Luft war klar, der Himmel blank und der Wind hielt sich in Grenzen. Zum Abschluss gönnte ich mir einen Apfel auf meiner Dacia-Ladekante. Die aufgeklappte Hecktür spendete Schatten.
Meine Unternehmungslust ging gegen Null, obwohl noch Zeit gewesen wäre. In Gedanken sah ich mich auf dem Hotelbett bei eingeschalteter Klimaanlage liegen, eine Schüssel gekühlte Erdbeeren mit Joghurt in der Hand.
Genau so kam es auch. Ich fuhr zurück. Es war mir einfach zu warm. Im Sommer nach Sagres zu fahren, wenn man nicht ins Meer kann, ist vergebliche Mühe. Da kommt keine Freude auf. Meine sonstige Reisezeit im April ist wesentlich günstiger, auch wegen der grünen und blühenden Landschaft.
Freie Sicht ohne Dunst bis zum Horizont entlang der Costa Vicentina
Das Symbol des früheren Getreideanbaues in Vila do Bispo. Ich bin auf dem Weg ins Hotel.
Wegen der Hitze ist heute der Tag für mich zeitig zu Ende. Kühl muss es im Urlaub nicht unbedingt sein, aber auch nicht so heiß wie zur Zeit. Sogar den hier ansässigen Portugiesen ist das zu viel. Mein Hotel-Manager meinte, hier an der Küste habe man dieses tagelange "Wüstenwetter" noch nie gehabt.
Der Sonnenball hängt wie mit dem Zirkel gezogen über dem Meer.
Mein erster Weg am heutigen Montag führte zum Praia do Telheiro, das ist der erste Sandstrand nördlich vom Ende-der-Welt-Leuchtturm. Die kleine Bauernsiedlung auf der Hälfte des Weges ist nun noch mehr verfallen. Selbst die in den vergangenen Jahren noch einigermaßen weiß getünchten Gebäude sehen jetzt grau und schmutzig aus. Auch der Stall neben dem noch bewirtschafteten Hauptgebäude hat sein Dach schon ganz verloren.
Daneben ist eine Viehweide, zwar mit Vieh, aber ohne Weide. Ich will damit sagen, dass kein Gras mehr da ist, selbst nicht als vertrocknete Fläche. Die Kühe stehen stumpfsinnig in der Hitze und starren vor sich hin. Selbst der Bulle ignoriert seine Kühe und hat hängende Ohren. Es stand zwar ein fahrbares Wasserfass am Eingang, doch es schien leer zu sein. Unweit lagen riesige Strohballen, die wohl zur Fütterung dienen.
Dass sich die Viehhaltung hier überhaupt noch lohnt, darf bezweifelt werden. Andererseits muss es doch noch wirtschaftlich sein, sonst würde man die Herde nicht mit Futter aus anderen Regionen am Leben halten. Die beste Zeit ist März, April und vielleicht auch noch der Oktober. In diesen Monaten gibt es noch etwas Regen, von dem die recht kargen Wiesen wachsen können.
Am Telheiro-Strand waren zwar ein paar Surfer da, der Sandstrand war aber so gut wie leer. Hinunter bin ich nicht gegangen, die Kletterei war mir bei dieser Hitze zuviel. Von oben aus kann man sowieso die besseren Videos machen. Ich habe das große Stativ benutzt, das ist für mich bequemer, da muss ich mich nicht so bücken.
Am Praia do Telheiro führt ein Wanderweg vorbei, immer entlang der Costa Vicentina Richtung Norden. Ab und zu sieht man vor allem junge Leute diesen Weg gehen, meist mit vollem Rucksack bepackt. Sicherlich übernachten sie irgendwo in der Natur. Diese Freiheit an der wilden Atlantikküste mit ihren vielen Sandbuchten ist sehr beliebt.
Die besten Monate für solche Unternehmungen sind der März bis Ende Mai, aber auch noch September und Oktober. In dieser Zeit muss man nicht mit Regen rechnen, auch die Stürme im Winter sind kein Thema. Meiden sollte man unbedingt die Hitzeperiode im Sommer.
Langsam verfällt die kleine Bauernsiedlung. Nur noch ein paar einzelne Gebäude werden bewirtschaftet. Offensichtlich lohnt sich eine intensive Landwirtschaft nicht mehr.
Nicht nur die Ruinen, auch die Wiesen rundherum sehen jämmerlich aus. Von Wiesen kann man bei diesem vertrockneten Wildwuchs eigentlich nicht mehr sprechen. Vielleicht ist das schon der Klimawandel.
Die Viehwirtschaft funktioniert nur noch mit Wasserwagen und zusätzlicher Fütterung.
Praia do Telheiro, nördliches Ende
Nun war es nach 13 Uhr und die Bude mit dem Snack Letzte-Bratwurst-vor-Amerika nicht weit. Ich fuhr zum Leuchtturm, fand sogar einen Parkplatz nahe der Bratwurst-Bude und machte erst einmal Mittag. Die jungen Leute, die jetzt die Würste verkaufen, waren Angestellte des mir von früher bekannten deutschen Kiosk-Besitzers. Es sind natürlich auch Deutsche, das ist sicherlich gut fürs Geschäft.
Auf meine Frage hin erzählten sie mir, dass der Rechtsstreit zwischen dem Restaurant auf dem Leuchtturmgelände und einem großen Anbieter etwa zwei Kilometer vor dem Leuchtturm immer noch andauert. Das Tor zum Leuchtturmgelände war ja schon im vorigen Jahr immer geschlossen, dieses Jahr auch. Wie mächtig muss wohl der Konkurrent sein, wenn er den gesamten Tourismus zum Leuchtturm lahm legen kann.
Der junge Verkäufer meinte nur, gerade der Leuchtturm mit dem Image vom "Ende der Welt" sei in der Vergangenheit Zugmagnet Nummer eins gewesen. Viele Touristen kommen und ziehen enttäuscht wieder ab. Selbst die Anzahl der Besucher-Busse habe sich drastisch reduziert. Es gibt ja nichts mehr zu sehen. Hohe Klippen hat man in der Region überall. Und auf den Leuchtturm kann man jetzt erst recht nicht mehr.
Das geschlossene Leuchtturm-Tor war aber nicht mein einziger Aufreger. Schon im vorigen Jahr war man dabei, einen breiten rot geteerten Fußweg von Sagres bis zum kilometerweit entfernten Leuchtturm zu bauen. Diese Absurdität angesichts des verschlossenen Leuchtturm-Geländes ist kaum noch zu überbieten. Andere Ziele als den Leuchtturm gibt es nicht. Und wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß einen Wanderweg entlang der Costa Vicentina benutzen will, muss sich sowieso mit einer Schotterstraße abfinden, auf der dann auch noch Autos fahren.
Die sogenannte Spitze des Eisberges sind aber schön kantig zugesägte Balken zur Abgrenzung zwischen rotem Fahrrad- und Fußweg und der parallel verlaufenden Fahrstraße zum Leuchtturm, die es schon viele Jahre gibt. Diese Holzbalken stammen sicher nicht aus der Region, denn hier werden die Bäume und überhaupt die ganze Waldfläche immer kleiner. Ich frage mich, wieviel Bäume mussten da wieder woanders sinnlos gefällt werden. Von Sagres bis zum Leuchtturm sind es immerhin 6 Kilometer.
Die Leute stehen vor verschlossenem Tor.
Eine maßlose Ressourcen-Verschwendung ist dieser neu ausgebaute Radweg mit rotem Teerbelag und Regenrinne hin zum wilden Buschland. Schleierhaft ist mir, dass man zur Abgrenzung zweier Fahrbahnen auch noch Holz nehmen muss, das sowieso verrottet. Die auf dem Fahrbahnbett mit langen Eisenschrauben festgeschraubten Balken lockern sich an einigen Stellen schon wieder. Zusätzlich ragen gelockerte Schrauben bis zu 5 Zentimeter nach oben aus den Balken heraus und stellen dadurch eine sehr gefährliche Unfallquelle dar. Wer dort stürzt, kann sich einen Eisenpflock in seinen Schädel bohren. Das klingt brachial, ist aber so.
Nächstes Ziel war der Ponta Ruiva, ein Aussichtspunkt am Meer kurz vor dem Praia da Ponta Ruiva. Zum Ponta Ruiva führt ein von der Küstenstraße abgehender Weg, der bequem mit dem Auto befahrbar ist. Ich hatte diese Gegend schon im vorigen Jahr erkundet. Mir fehlten noch ein paar Video-Ausblicke, die ich heute nachholen wollte.
Nun führen aber von der Wanderstraße entlang der Costa Vicentina mehrere kleine Straßen bis zum Meer oberhalb der Klippen. Einen dieser Zugänge nahm ich fälschlicherweise und landete zwar an der Klippenkante, allerdings ein paar Buchten vor meinem eigentlichen Ziel. Von oben konnte ich auch den unweit nördlich gelegenen kleinen Sandstrand sehen, den ich in meiner Karte "Westen (1)" im Portugal-Anhang mit "Strand 115 m" bezeichnet habe. An dieser Stelle war ich noch nie und machte entsprechend viele Aufnahmen. Der 115m-Strand ist übrigens tatsächlich nur über einen schmalen Kletterpfad erreichbar. Hinabgestiegen bin ich wegen der Hitze nicht.
Am Ponta Ruiva holte ich die fehlenden Videos nach, allerdings heute zur Kühlung mit laufendem Motor. Das habe ich mir ausnahmsweise erlaubt. Nach kurzem Aufenthalt fuhr ich weiter Richtung Norden bis Vila do Bispo. Beim Aldi versuchte ich, Erdbeeren zu bekommen, vergebens. Auch in Sagres im einheimischen Supermarkt gab es keine. Aber ein Rancher-Hut mit Halsband stach mir ins Auge. Mein damals in Andalusien gekaufter Hut war irgendwo abhanden gekommen. Mehr ist für heute nicht zu sagen, die Fotos sprechen für sich.
Erwähnenswert ist eine kleine Begebenheit beim Hutkauf. Die junge Verkäuferin hatte wie üblich gefragt, ob sie mir helfen könne, als ich noch unschlüssig am Hutregal stand. Sogar bei der Anprobe blieb sie dabei. Ich wusste nicht, dass sie auch Kassiererin ist. Sie winkte mir, ich folgte und so vermied ich die recht lange Schlange an der anderen Kasse. Da ich den Hut gleich aufsetzen wollte, bat ich, das Etikett abzuschneiden. Hätte ich gewusst, dass sie keine Schere hat, hätte ich auf meinen Wunsch verzichtet. Sie stand aber in aller Seelenruhe auf, ungeachtet der wartenden Leute hinter mir, und holte zwei Kassen weiter eine Schere, um mir zu helfen. Ich staunte nicht schlecht. Der Service war perfekt.
Costa Vicentina, südlich vom Praia da Ponta Ruiva und einer Minibucht ohne direkten Zugang von oben.
Diesen kleinen Sandstrand kann von oben nur erreichen, wer klettern kann. Es gibt auch keinen Fahrweg bis zur Klippenkante.
Hier bin ich auf dem Ponta Ruiva. Bis zur Klippe kann man bequem mit dem Auto fahren. Unten ist der weiter nördlich gelegene Praia da Ponta Ruiva zu sehen. Dieser Strand ist ebenfalls mit dem Auto erreichbar und wird von Insidern reichlich genutzt.
Das südliche Ende des Praia da Ponta Ruiva
"Come in, please", mehr musste ich nicht sagen, um vom schwarzen Roomservice-Mädl ein Lächeln hervorzuzaubern. Ich war nach einer fast schlaflosen Nacht und einem anstrengenden langgestreckten Frühstück gerade etwas eingedusselt, als die Suite-Klingel summte. Ich hatte damit gerechnet, war dann aber doch überrascht, als die Reinigungstruppe schon nach 11 Uhr vor der Tür stand.
Ja, schlaflose Nacht wegen Hitze. Obwohl hier die Temperatur in der Nacht auch im Sommer um mindestens 10°C abnimmt, war vergangene Nacht gerade das Gegenteil der Fall. Bis nachts um 1 stieg die Temperatur auf satte 36°C an, erst danach nahm sie wieder langsam ab bis heute Morgen auf 28°C. Diese Werte hatte ich mir vom Wetterdienst Lagos geholt. Ursache der Hitze war eine Afrika-Strömung mit ganz wenig Wind, der Sagres normalerweise auch in solchen Situationen erträglich macht. Heute und morgen wird der Höhepunkt dieser Hitzewelle auch Sachsen bzw. ganz Deutschland erreichen, natürlich etwas abgeschwächt.
Um nochmals auf die Nacht zurückzukommen, nicht nur ich pendelte vom Schlafraum mit eingeschalteter Klimaanlage zum Balkon, auf dem man es auch nicht lange aushielt. Der dortige Klimaanlagen-Kasten machte durch den Lüfter so einen Krach, dass selbst das Kreischen, Gelache und Gemeckere der Möwen im monotonen Rauschen unterging. Wann schlafen eigentlich diese ständig hin- und herfliegenden Vögel?
Vom Meeresrauschen kann man da nur träumen, und die ganz zurückhaltenden Nachtgeräusche von Sagres sind sowieso nur bei entsprechender Windrichtung wahrnehmbar. Stichwort Klimaanlage, mit ihr kann man wegen der Zugluft nicht schlafen, selbst bei den moderatesten Einstellungen, ohne ihr aber bei der Hitze auch nicht. Weit über die Balkonbrüstung gelehnt sah ich in vielen Appartements noch Licht.
Die Dame unter mir ließ ihren Zigarettenduft noch nachts um 4 heraufsteigen, unangenehm für mich als Nichtraucher. Offensichtlich hatte auch sie Probleme mit der Hitze. Ab und zu hörte ich ihren Plastikstuhl auf den Balkonfliesen scharren, weil sie sich wohl zwischen Bett und Raucherinsel nicht so recht entscheiden konnte.
Hier ist noch heller Tag, doch die Möwen kreisten bis in die Finsternis hinein nahe am Balkon über dem Hoteldach. Dabei machten sie einen Lärm, der im Beiklang der Klimaanlage nicht sehr erquickend für mich war. Trotzdem saß ich stundenlang an diesem Abend auf meinem Balkon, wohl wissend, dass bei dieser Hitze kein Schlaf Erfolg haben würde.
Wieder ein mit dem Zirkel gezogener heller Fleck am Himmel. Trotz der Sahara-Winde ist die Luft sauber und klar.
Sagres am Abend, der Kap-Leuchtturm ist zu sehen.
Während ich hier schreibe ist es 12 Uhr 30, also für mich eigentlich schon wieder Mittagszeit. Ich hatte mich hingelegt, um noch ein Stündchen Nachtschlaf nachzuholen, leider ohne Erfolg. Abhilfe sollte meine Schlafmusik bringen, ich hatte schon an anderer Stelle darüber berichtet, aber sie war nur auf dem MP3-Player gespeichert. Ich meine, das Gequäke vom Laptop ist auch kein Genuss, aber ich habe eben die Dateien rüberkopiert, da der Laptop am Netz hängt.
Batteriebetriebene Geräte sind immer ein Problem, wenn sie längere Zeit nicht benutzt werden. Die kleine Monozelle (AAA) vom Player war wegen verrotteter Kontakte ganz schwierig aus dem Gerät zu bekommen. Ersatzbatterien habe ich aber immer dabei.
Neuere Geräte mit ladbarem fest eingebauten Akku sind zwar etwas pflegeleichter, haben aber auch das Problem des Kapazitätsverlustes, wenn der Akku selten benutzt und aufgeladen wird. Nach den Kosten für einen Austausch fragt heute sowieso niemand mehr. Mir waren wechselbare Batterien lieber.
Soeben habe ich noch einmal die ausführliche Vorhersage für meine nächsten in Frage kommenden Ausflugsziele gecheckt. Auch ab kommenden Sonntag, das ist mein Abreisetag, ist sowohl in Nazaré als auch in Tudela in Spanien anhaltend schönes Wetter ohne Regen.
Es gibt also dieses Jahr absolut keinen Hinderungsgrund, die Monsterwellen nördlich von Lissabon nicht zu videografieren. Natürlich müssen auch welche da sein. Der Wind soll am Sonntag und auch am Montag zeitweise 30 km/h haben und aus nordwestlicher Richtung kommen. Sinnvoll wäre es, in Nazaré eine Nacht zu bleiben.
Bezüglich der spanischen Wüste bei Tudela muss ich mir auch keine Sorgen machen, außer, dass es vielleicht zu heiß werden könnte. Das Gebiet ist sowieso ein von Bergen abgeschirmtes Trockengebiet im Landesinneren von Spanien und deshalb im Sommer sehr heiß, im Winter manchmal ziemlich kalt. Aber gerade deshalb will ich hinfahren. Wo gibt es denn sonst in Europa so schöne Wüstengebiete mit angeblich herrlichen Sonnenuntergängen? Auch in oder bei Tudela sollte ich übernachten, vielleicht sogar zwei Tage, da es in Tudela auch manches Sehenswerte geben soll.
In Vorbereitung meiner Fahrt von Sagres nach Nazaré nördlich von Lissabon habe ich die KI ChatGPT Vers. 4 von OpenAI bemüht. Die deutsche Specht GmbH aus Ravensburg bietet z.Zt. (Juli 2025) die kostenlose Benutzung auch ohne Anmeldung an. Das gelieferte Ergebnis war niederschmetternd.
Ich stellte die Frage nach Sehenswürdigkeiten entlang der Küste von Sagres bis Nazaré. Bedingung war der Ausschluss von Großstädten, die Fahrt mit dem Auto, möglichst gute Erreichbarkeit der Sehenswürdigkeit mit dem Auto, keine Wanderstrecken, keine Mautgebühren.
Es wurden u.a. Sehenswürdigkeiten in Lagos und Portimão benannt, die ja bekanntlich an der Südküste Portugals liegen. Außerdem führte die Empfehlung über eine Mautstraße schräg durch Portugal unter Umgehung von Lissabon direkt an die Westküste Portugals mit einigen Vorschlägen inklusive Nazaré.
Gut, dass Lissabon eine Großstadt ist, hatte die KI begriffen. Dass ich keine Maut zahlen will, war der KI egal. Dass ich von Sagres entlang der Küste nach Nazaré fahren will, ignorierte die KI und bot trotzdem Ziele an der Südküste an.
Anstelle einer sachlich richtigen Auskunft bekam ich jedoch jede Menge Glückwünsche für meine Reise und die Aussage, ich möge doch einen schönen Aufenthalt haben. Es kam auch der Hinweis, dass ich entlang der Route viele gute kulinarische Spezialitäten nutzen könne.
Ich war sprachlos. Nun gut, an der Werbung bzw. an dem Bla Bla um die eigentliche Fragestellung herum ist sicherlich (hoffentlich) nicht die Specht GmbH schuld, da die Antwort direkt von OpenAI kommt, nehme ich jedenfalls an.
Eigentlich soll eine KI helfen, eine etwas kompliziertere Fragestellung sachlich richtig zu beantworten. Jede gut programmierte Datenbankabfrage liefert da bessere Ergebnisse im Vergleich zum dargelegten Beispiel. Ich will hier an dieser Stelle nicht alle Einzelheiten diskutieren, aber Werbung und das Geschmuse um die eigentliche Antwort herum, die dann auch noch sachlich falsch ist, trägt nicht dazu bei, KI positiv zu sehen. Eine KI-gegebene Antwort durch allerlei Beigaben "menschlich" aussehen zu lassen ist sowieso Betrug, da vorgetäuscht wird, was nicht ist.
Beim Leser werden jetzt sicherlich viele Einwände kommen in der Richtung, wie wertvoll und unübertroffen die KI ist. Ich weiß zwar, dass es für bestimmte Bereiche bereits gut entwickelte KI-Systeme gibt, dass die Entwicklung stetig im Fluss ist, dass die KI-Rechenzentren immer größer werden, dass der KI-Energiehunger auch immer größer wird, dass die KI-Modelle auf immer mehr Daten zurückgreifen können, dass mit KI unglaubliche eigentlich Künstlern vorbehaltene Werke geschaffen werden, dass Vergleichsalgorithmen zum Auffinden von Daten jeglicher Art noch nie so effizient und treffsicher waren, dass... usw. usf.
Doch was nützt das alles, wenn ich auf einfache Fragen falsche Antworten bekomme, nur weil Teile der Fragestellung von der KI ignoriert werden. Was nützt es mir, wenn ich zusätzlich oder ersatzweise mit Informationen zugeschüttet werde, die mich nur verwirren bzw. die mir meine Zeit stehlen. KI? Eindeutig JA! Das Wörtchen "aber" muss leider folgen. KI muss richtig programmiert sein, unscharfe Aussagen dürfen nicht auftreten, dann lieber weglassen. Da nützt auch der oft zu sehende Hinweis nicht, KI-generierte Texte können Fehler enthalten. Dadurch wird man die Verantwortung gegenüber dem Nutzer nicht los.
Noch ein Wort allgemein zur Fakten-Recherche im Internet. Für mich als Oldtimer ist die stetig wachsende Leistungsfähigkeit der qualitativ guten Recherche-Möglichkeiten im Web ein Segen. Früher hatte zwar auch ich eine mehrbändige Enzyklopädie im Bücherschrank stehen, die hin und wieder einmal genutzt wurde, in der ich aber nur suchte, wenn es unbedingt sein musste.
Seit Google und Co. ist das Anfragen zur gern getanen Praxis geworden. Suchworte sind schnell eingetippt, das Ergebnis ist noch schneller auf dem Display. Das fördert die Häufigkeit, sich Infos anzeigen zu lassen, auch wenn man es eigentlich nicht unbedingt über Google machen müsste. Wer schaut heute noch in den Duden, wenn es um Orthographie geht, wer nimmt noch ein Wörterbuch zur Hand, wenn es um die Übersetzung eines Begriffs geht, wer kauft sich noch eine wissenschaftliche Fachzeitschrift, wenn es um neueste Entwicklungen geht, und wer fragt seinen Arzt oder Apotheker, wenn die medizinische Info und ggf. eine Diagnose dazu im Handumdrehen übers Web recherchierbar ist?
Gut, junge Leute wurden bzw. werden mit Google groß. Keiner fragt nach den alten Möglichkeiten, wozu auch? Aber nur wer die Tätigkeit des Kohleherd-Anmachens in Verbindung mit dem Asche-Rausschaffen kennt, wird die Bequemlichkeit und Vorzüge einer Zentral- oder Fußbodenheizung zu schätzen wissen.
Dass auch Google seine Server-Farmen finanzieren muss und dabei noch ein gehöriger Gewinn dabei rumkommen muss, ist unbestritten. Dass dies aber nicht zum Nulltarif zu haben ist, wie es manchem immer noch scheint, dürfte inzwischen jedem klar geworden sein. Leider sinkt mit Werbung, Datenklau und bezahltem Suchergebnis auch allgemein die Qualität einer Recherche. Nicht jeder per Suchanfrage generierten Info kann und darf man vertrauen. Es ist wie mit der gesprächigen Nachbarin. Nicht alles, was sie erzählt, muss wahr sein.
Trotzdem, Suchmaschinen des Internets sind allgemein und für mich persönlich die wichtigste Neuerung der letzten 40 Jahre. Der richtige Umgang mit dem Internet ist absolut nötig, ansonsten können zu viele der positiven Effekte ins Negative umschlagen. Und da wären wir wieder bei der jetzt massiv aufstrebenden KI und ihre Anwendung auch für Otto-Normal-Verbraucher. Vor- und Nachteile von KI und der älteren faktenbasierten Suchtechnologie sind vergleichbar. Die Werbung und die Möglichkeit der Falschinformation hat aber bei KI zugenommen.
Zur anfangs gestellten Fragestellung habe ich dann doch wieder mein Standardprogramm bemüht, nämlich Google Maps. Da wird mir neben den Sehenswürdigkeiten auch gleich noch die exakte Route angezeigt usw. Eigentlich hätte ich mir von der KI so etwas Ähnliches gewünscht.
Die Haltepunkte (HP) sind vorhanden, damit das Auto-Navi mich dort fahren lässt, wo ICH es will, schon aus Gründen der Mautfreiheit. Ich lasse also keine Alternativ-Routen zu.
Es ist 4 Uhr frühmorgens. Gedanken und Gespürtes verlangen formuliert und festgehalten zu werden. Vor zwei Stunden aufgewacht, lange die jetzt kühle Nacht auf dem Balkon genossen, Appetit und Durst gestillt mit Apfeltasche und meiner Cappuccino-Kaffee-Mischung, das Rauschen des Meeres getrunken gewürzt mit dem vorlauten Geschwätz einer Möwe, die letzten Party-Gäste beim schwankenden Heimgang beobachtet, ein einsames Auto hinunter zum Meer begleitet mit kurzem Stopp im Dunklen, die Route der blauen Polizeistreife verfolgt, die aufgefrischte Meeresbrise auf der Haut gespürt, das Glück gefühlt der aktuellen Stunde in Dankbarkeit.
Welch ein Gegensatz zur Nacht davor! Nun war das Leuchtfeuer vom Kap wieder angenehm, keine Backofenluft mehr, die mir den Atem nimmt. Das Rauschen der Klimaanlage ist weg. Endlich klatschen die Wellen wieder an den Klippenfels. Ab und zu rüttelt der Wind am Fenster und bricht sich leise pfeifend am Gemäuer.
Eben höre ich eine Möve schreiend weinen, als habe sie ihren Liebhaber verloren. Andere stimmen zeternd ein, wohl ungehalten wegen der noch nächtlichen Ruhestörung. Ganz schwach kündigt die Dämmerung den Tag an. Die ersten Autos fahren in Richtung Vila do Bispo und zum Ende der Welt. Doch noch schläft Sagres. Hier beginnt das morgendliche Leben zögerlich. Es wird dauern, bis sich die Souvenir-Shops und Bars wieder füllen. Stunden noch wird der Strand leer sein. Der Tag beginnt wie eine Dampflok, die langsam aber kraftvoll an Fahrt gewinnt.
Mich beschleicht noch einmal die Müdigkeit. Und doch möchte ich solche Zeiten wie in den vergangenen zwei Stunden nicht missen. Sie machen das Leben aus. Da fühle ich, dass die Welt noch eins ist mit mir, von Angesicht zu Angesicht und doch fordernd, JETZT dabei zu sein in dieser Wirklichkeit, bis ich gehe. Die Welt wird bleiben.
Trotz Nacht-Intermezzo saß ich schon um 9 am Frühstückstisch. Geplant hatte ich noch nichts, das Frühstück zog sich hin. Das Donnerrollen eines Service-Wagens brachte mich auf eine Idee. Ich ging raus und bot dem Room-Service an, meine Suite jetzt zu reinigen. OK, auch dieses Mal war die Sache in wenigen Minuten erledigt. Die Rechnung ging auf, ich hatte wieder meine Ruhe.
An diesem Mittwoch kam endlich kühle Luft vom Atlantik. Die Saharahitze und der Wüstenstaub waren vorbei. Wie gewohnt zeigte sich Sagres wieder von seiner besten Seite.
Ruhe am Pool. Nicht nur ich erhole mich vom Hitzestress der letzten Tage.
Sagres schläft noch. Hier ticken die Uhren nicht so schnell. Der Tag beginnt gemächlich.
Selbst auf der großen "Hundewiese" war heute noch niemand zu sehen. Das buschige Gelände gehört nicht zum Hotel und ist wahrscheinlich auch kein Baugrund.
Anmerkung zum Donnerrollen: Die kleinen Räder der Service-Wagen machen beim Hoppeln über die unebenen Flurfliesen so einen Krach, dass man immer weiß, wo sich das Service-Team gerade befindet. Luftbereifte Räder anstelle des Hartgummis wären da besser.
Meine Beine waren noch nicht fit fürs Wasser. Also war Aljezur mein Ziel. Zum Ort Aljezur gibt es den Fluss Aljezur und zwei Strände. Weiter südlich der Aljezur-Mündung ist es der Praia de Monte Clérico mit dem gleichnamigen Ort Clérico, nördlich direkt an der Aljezur-Mündung der Praia da Amoreira.
In 2024 hatte ich den Amoreira-Strand nur gesehen, aber ich war nicht hingefahren. Die mehrere Kilometer lange Zufahrt beginnt am nördlichen Ende von Aljezur, es ist ein Abzweig von der N120, die nach Odemira führt.
Die Zufahrt ist eine reine Rüttelpiste. Der Teerbelag ist sehr uneben. Ich konnte nur im 2. Gang fahren. Teilweise gibt es eine Beschränkung auf 20 km/h. Den letzten Kilometer vor dem Restaurant Paraiso do Mar hat man saniert. Dort ist der Belag so, wie er sein muss. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt und für Wohnmobile weiter beschränkt worden. Der Strand bietet viel Platz, der lange Sandstreifen ist mindestens 100 Meter breit. Dahinter gibt es noch grasbewachsene Dünen vom alten Flussbett.
Ich hatte mir in den Dünen hinter dem Restaurant einen erhöhten Video-Drehort gesucht. Von dort sieht man auch, wie breit die Mündung des Aljezur einmal gewesen sein muss. Der Fluss führte früher wesentlich mehr Wasser als heute. Er war die wichtigste Handelsverbindung vom Ort Aljezur zum Meer, über die der Handel auch mit der südlichen Region, u.a. Sagres und Lagos, abgewickelt wurde. Mit dem Absinken des Meeresspiegels und gleichzeitig mit der zunehmenden Trockenheit im Landesinneren wurde aus dem ehemals mächtigen Fluss ein jetzt unbedeutendes Rinnsal.
Oberhalb der Flussmündung des Aljezur entsteht bei Flut eine kleine Lagune, bei Ebbe bildet das nicht ganz abfließende Wasser kinderfreundliche Wasserbecken, die unweit der Straße zu Fuß erreichbar sind. Überhaupt ist aus dem Aljezur-Tal ein weitläufiges Feuchtgebiet mit Dünen geworden, in dem sich Otter, Graureiher und Eisvögel wohl fühlen.
Auf dem Weg nach Aljezur machte ich noch einen kleinen Abstecher nach Bordeira. Der Ort ist kurz nach Carraparteira über eine kleine Landstraße zu erreichen. Die Zufahrt endet dort.
Das ist das Ende der Zufahrt zum Amoreira-Strand, die nach dem Ort Aljezur abzweigt und im Flusstal des Aljezur bis zum Meer führt. Der Parkplatz war voll, ich musste weiter vorn parken.
Der Amoreira-Strand ist wie fast alle Strände an der südlichen Westküste Portugals niemals voll. Noch hat hier die Natur das Sagen.
Strandbar am Amoreira
Nach dem Inspizieren des Praia da Amoreira fuhr ich noch zur Burg hoch, um bei diesem herrlichen Wetter das Aljezur gewissermaßen von oben zu begutachten.
Auf dem 88 Meter hohen Hügel sind heute neben zwei Türmen, einer Zisterne und der umgebenden Mauer nur noch ein paar Mauerreste der ehemaligen Burgstruktur zu sehen, also nichts Besonderes. Für den schönen Panoramablick auf die Umgebung und vor allem auf das Aljezur-Tal ist allerdings ein Besuch empfehlenswert.
Bei meinen vergangenen Burgbesuchen war immer ungünstiges Wetter gewesen, entweder diesig oder sogar Regen. Nie war der Himmel frei. Nicht nur ich war dieses Mal bei dem schönen Wetter als Fotograf tätig, ein Spanier mit seinem Sohn ließ eine kleine DJI-Drone mini 2 über dem Gelände kreisen.
Ich war von dem kleinen Ding fasziniert. Vor allem die präzisen Flugmanöver in Verbindung mit dem hochwertigen Videomaterial sind beachtlich. Ich habe diese Drone zum ersten Mal in Aktion gesehen. Der Pilot hat mir gezeigt, wie einfach sich das Gerät steuern lässt. Was mir nicht gefiel war, dass der Kontroll-Screen am Steuergerät kein organisches Display hat und deshalb die Erkennbarkeit bei Sonnenlicht schlecht ist. Bei Sonne im Freien sind entsprechend Stand der Technik immer OLED-Displays (Organic Light Emitting Diode Display) erforderlich. Man spart eben auch bei DJI, denn die "mini 2" gehört zum günstigeren Preissegment.
In Vila do Bispo hoffte ich, endlich noch ein paar Erdbeeren zu bekommen, kein Chance. Klar, die Erdbeerzeit ist vorbei, aber weder bei Aldi noch bei Lidl hatte ich Erfolg. In Deutschland bekommt man Erdbeeren und natürlich auch anderes nicht-saisonale Obst das ganze Jahr über. Man mag dazu stehen, wie man will, schön ist es trotzdem, immer alles zur Verfügung zu haben.
Einen letzten Versuch unternahm ich schließlich noch in Sagres im heimischen Supermarkt, wieder ohne Erfolg. Überhaupt ist das Gemüse- und Obstangebot hier hauptsächlich von einheimischen Produzenten geprägt. Das sonst vom Ausland importierte Sortiment fehlt in diesem Bereich völlig. Allerdings gab es hier immer im Spätherbst sehr günstig Weintrauben, mit dazu noch guter Qualität, sicherlich auch aus der Region. Aber das nützt mir jetzt wenig.
Die Reste der Burg aus der Bronze- und Eisenzeit (ab 3000 v. Chr.) sind weniger interessant, lohnenswert ist der Besuch des knapp 90 Meter hohen Berges vor allem wegen der Aussicht auf Aljezur.
Das ist die nördliche Seite vom alten Aljezur mit der alten Dorfkirche Igreja da Misericórdia (Kirche der Jungfrau der Gnaden) aus dem XVI. Jh.
Das neue Aljezur gegenüber des Aljezur-Tales mit der Kirche im Zentrum. Diese neue Kirche (Igreja Nova) hat den Namen Igreja Nossa Senhora da Alva in Aljezur (Kirche der Jungfrau der Morgenröte).
Blick auf die Straße N120 Richtung Lagos und Sagres
Gerade ist die Sonne untergegangen, und ich habe es nicht einmal bemerkt. Ich hatte heute am Mareta-Strand mit dem Smartphone ein paar Fotos gemacht, um sie meinen "Kontakten" zu schicken. Da geschätzt nur jedes 5. Foto zum Behalten in Frage kam und diese auch noch bearbeitet werden mussten, habe ich vor lauter Eifer und Arbeit den Sonnenuntergang verpasst.
Das ist aber nicht weiter schlimm, am Horizont kurz über dem Meer war ein Wolkenstreifen, der mich sowieso gestört hätte.
Bis zum Mittag war es ohne Sonne etwas kühler. Eine Wohltat, wenn ich an die vergangenen Hitzetage denke. Am späten Nachmittag bin ich dann zu Fuß hinunter zum Mareta-Strand gegangen. Das Wandern im Wasser hat mir gut getan. Zum Abschluss habe ich mich sogar voll ins Wasser getraut. Zum Schwimmen waren die Wellen aber zu hoch. Es blies eine leichte Brise landwärts aus Richtung Süden.
Dass die Temperatur angenehm war, hatten auch viele andere Leute bemerkt. Der Strand war gut besucht. Der Mensch hat eben doch einen Wohlfühl-Temperaturbereich, bei dessen Verlassen verschiedene Probleme auftauchen.
Foto am Mareta-Strand mit dem Smartphone gemacht, ohne Zoom noch akzeptabel.
Entsorgung des Mülls vom Hotel
Noch ein Wort zum Fotografieren mit dem Handy. Ich bin mit meiner anderen Fotoausrüstung gewohnt, beim Video drehen und Fotos machen alles kontrollieren zu können, ehe ich auf den Startknopf bzw. Auslöser drücke. Notfalls mache ich vorher noch die eine oder andere Einstellung oder benutze sogar z.B. ein Sonnenfilter. Ausschuss kommt selten vor. Das Aussortieren von brauchbar und nicht brauchbar erfolgt dann regelmäßig aufgrund der Entscheidung, ob das Motiv passt oder nicht.
Mit dem Handy zu fotografieren oder auch zu videografieren ist dagegen meiner Meinung und Erfahrung nach ein reines Glücksspiel. Ich weiß nicht, ob die über 1000-Euro-Handys besser sind, aber mein ZTE A7040 macht zwar fast alles automatisch, jedoch gelingt mir, wie weiter oben schon geschrieben, höchstens jedes 5. Foto. Alle anderen wandern dann sofort in den Papierkorb. Die Gründe sind vielfältig.
Das beginnt schon beim Display, bei Sonne ist trotz Maximaleinstellung fast nichts zu erkennen. Den richtigen Bildausschnitt zu treffen ist reines Lotteriespiel. Verwacklungen sind mangels Stativbenutzung auch die Regel. Der Wackelschutz des Handys ist mehr als unzureichend. Man könnte zwar mit Gimbal arbeiten, aber ich sehe fast niemand, der sich das antut und mit so sperriger Ausrüstung durch die Gegend rennt, am Strand sowieso nicht.
Ein weiteres Problem ist natürlich der mangelhafte Zoom. Mehr als 2-fach sollte man nicht benutzen, meist ist das digitale Ergebnis nicht wirklich brauchbar, höchstens wieder auf einem kleinen Handy-Screen. Die Bearbeitungsmöglichkeiten auf meinem Android-Handy sind auch mehr als beschränkt. Es werden Vorschläge gemacht, die aber nicht wirklich kontrollierbar sind, und die höchstens einen Foto-Knipser zufrieden stellen können.
Zur Pixelauflösung und zum Farbumfang wird man beim Handy sowieso im Dunklen gelassen. Gut, die meisten Nutzer sind mit den Fotos und Videos zufrieden, nehme ich jedenfalls an. Das Handy ist eben immer dabei, selbst eine kleine Kompaktkamera aber nicht. Für mich ist das Handy vor allem ein Gerät zum Kommunizieren, kein Foto- oder Video-Maker.
Der Tag begann wieder bewölkt, aber natürlich regenfrei. Dass es hier im Sommer regnet, ist sehr selten. Ich wartete gewissermaßen auf besseres Wetter. Für meine Abreise am Sonntag früh fehlten noch ein paar Kleinigkeiten. Ich halte mich unterwegs ungern mit Supermärkten auf. Doch Lidl und Aldi hatten nicht, was ich wollte.
Heute war ich auch im heimischen kleinen Markt in Vila do Bispo, aber ebenfalls ohne Erfolg. Die Erdbeeren sahen aus, als wären sie eine Woche alt. Interessant ist allerdings das Fischangebot. Vieles kommt direkt frisch vom Fang. Natürlich koche oder brate ich mir hier nichts, höchstens eine Pizza im Backofen. Mit meiner komplett eingerichteten Kleinküche hätte ich zwar alle Möglichkeiten, doch ich habe keine Lust dazu.
Das Mittagessen genoss ich wieder auf meinem Lieblingsrastplatz. Heute war ich der einzige Besucher. Selbst den 3 Kilometer langen Rundweg durch halbhohes Buschland nutzte niemand, obwohl es durch den bedeckten Himmel angenehm zum Wandern wäre. Meine Walking-Stöcke haben während des ganzen Aufenthalts hier darauf gewartet, benutzt zu werden. Man soll möglichst nur machen, worauf man Lust hat.
Pünktlich um 15 Uhr verzogen sich die Wolken, halb fünf patschten meine Füße durchs Mareta-Strand-Wasser. Wie gestern auch ging's erst zum westlichen Ende, dann zum östlichen Ende. Zum Abschluss gönnte ich mir noch ein Ganzkörperbad, allerdings wieder ohne schwimmen zu können. Obwohl der Wind nur schwach war, kam ab und zu ein Wellenberg, der mir zu gefährlich schien. Früher war das anders, da bin ich mit Freude durch jede Welle hindurchgetaucht.
Etwa 19 Uhr saß ich wieder auf meinem Balkon, um nach dem Abendessen den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Der Wind hatte gedreht, jetzt blies er vom Nordwesten und brachte dunkle Wolken mit. Nicht nur Wolken, eine ganze Wolkenwand hing über dem Meer, hinter der sich die liebe Sonne nach kurzer Zeit verkroch. Das ist zwar auch ein Sonnenuntergang, aber nicht so, wie ich ihn mir gewünscht hatte.
Nun gut, Wünsche gehen oft nicht in Erfüllung. Vieles ist schön, manches ist weniger schön und Wünsche erfüllen sich oder auch nicht. Unser Einfluss ist begrenzt.
Der Himmel ist bewölkt, und Lidl und Aldi hatten nicht, was ich wollte.
Mittagessen auf meinem Lieblingsrastplatz, allein mit mir und der Natur.
Das westliche Ende vom Mareta-Strand. Meine Sachen liegen sicher vor der Flut. Frühmorgens kommt hier manchmal das Wasser bis an die Felsen.
Der Wind brachte an diesem Freitagabend eine Wolkenwand mit. Es gab aber keinen Regen. Der ist hier mitten im Sommer äußerst selten.
Heute hat mich nicht nur das Wetter, sondern auch der Wetterbericht ausgetrickst. Vormittags versperrten Wolken den Sonnenstrahlen den Weg. Etwa um 14 Uhr blies der aufkommende Nordwind alles beiseite, Sagres und sein Strand waren wieder, wie man es im Sommer erwartet. Das sollte laut Wetterprognose so bleiben.
Mein Plan war, zuerst das Strandwetter zu genießen und später zum Gleitschirmflieger-Startplatz zu fahren, um den letzten Sonnenuntergang aufzunehmen. Dort ist freie Sicht aufs Meer, die Sonne versinkt direkt im Wasser. Hier vom Hotel aus geht die Sonne über den Klippen unter, also über dem Festland. Das gefällt mir überhaupt nicht, aber im Juli ist das so.
Der Strandplan ist aufgegangen. Heute war das Meer nach einigen Böen wieder ganz ruhig, und ich hatte die Chance, etwas länger zu schwimmen. Ansonsten bin ich wie auch in den letzten Tagen im Wasser hin- und hergelaufen. Nebenbei habe ich einigen Kindern beim Muschelsuchen geholfen. Wie schon berichtet, am Mareta-Strand sind immer viel Kinder, da das Ufer relativ flach ins Meer fällt.
Kurz vor 17 Uhr zogen wieder Wolken auf, Zeit für mich, die Badekur zu beenden. Wenig später blies der Wind so kräftig, dass bei mir Zweifel aufkamen, den Sonnenuntergang filmen zu können. Der erneute Blick auf den Wetter-Forecast-Wolkenfilm bestätigte das. Ich will damit nur sagen, dass die Wetterfrösche auch nicht immer richtig liegen, vor allem hier am Atlantik, wo der Wind oft seine Richtung und Stärke wechselt.
Für mich war das nicht so schön, denn morgen reise ich von Sagres ab. Ich will einen Abstecher nach Nazaré zu den Monster-Wellen machen. Dort soll es wolkenlos bleiben, bei mäßigem Wind. Da etwas mehr als 400 Kilometer vor mir liegen, sollte ich morgen früh beizeiten wegkommen. Ich fahre zwar über Lissabon, doch für eine Stadt-Tour nehme ich mir die Zeit nicht. Großstädte sind von mir sowieso nicht gefragt.
Die Route bis Nazaré steht mit negativer Hilfe der KI und aufgrund meiner langjährigen Erfahrung so wie gewollt fest. Nur die Sachen sind noch zu packen, jedes Mal eine etwas traurige Angelegenheit. Nie kann ich sicher sein, dass es ein nächstes Mal gibt. Doch was ist schon sicher im Leben?
An diesem Morgen des 5. Juli gab es einen leicht bedeckten Himmel, der aber später aufriss und mich zum Wasserlaufen am Mareta-Strand einlud.
In den beiden flachen Häusern (links das rote und rechts das weiße) erwacht erst nachts das Leben richtig. Dort gibt es im Erdgeschoss und auch im Obergeschoss mehrere immer gut besuchte Bars.
Der Mareta-Strand, wie so oft auch in der Saison trotz super Wetter fast menschenleer.
Ich muss noch packen, morgen am Sonntag ist Abreise.
Sagres, Aparthotel Navigator (37.006805, -8.934730) > N268 Vila do Bispo > N268 Carrapateira > N120 Aljezur > Rogil > N120 Maria Vinagre > Umleitg. Odeceixe (Wand mit Malerei) > N120 Ponte de Ribeira de Seixe > Baiona > N120 Boavista dos Pinheiros, HPR Aldi (37.576707, -8.668154) > N120 Portelas N393 > N393 Cruzamento de Almograve > N393 Ponte de Vila Nova de Milfontes N390 > N390 Alagoachos > N390 HP Tramper (37.757549, -8.750140) > N390 Cercal, PP City (37.800088, -8.672432), N120 Ri Sines > N120-1 Sonega N120-1 > IP8 > A26 > IC1/N120 Alcácer do Sal > IC1/N5 > N10 Vila Franca de Xira, Brücke über den Tajo N1 > N1 Alenquer N9 > N9 Porto da Luz > N9 Aldeia Gavinha > N9 Arneiro > N9 Paiol > N9 Carvoeira > N9 Torres Vedras > N9 Benfica > Caixeiros Boavista > N247 Santa Cruz > N247 Santa Rita > Praia de Santa Rita Norte, PP (39.174570, -9.356277) > N247 Maceira > N247 Lourinha > N247 > IP6 > A8 > Abf. 20 zur N8 Ri Tornada (wegen A8-Maut) > N8 Tornada > N242 Famalicao > N242 Quinta Nova > N242 Nazaré > Nazaré Norte > Praia do Norte, Parque de Estacionamento (39.605027, -9.078466)
Sonntag früh halb neun fuhr ich vom Hotel-Hof, zielgerichtet zu meinem Traumort Nazaré mit den Monster-Wellen. Diese Wellen hatte ich in Fernsehberichten gesehen, heute war der Tag des eigenen Erlebens, so dachte ich. Zwar würden nicht gerade Surfer-Weltmeisterschaften stattfinden, doch auf ein paar schöne Wellen-Videos hoffte ich schon.
Bis weit nördlich von Lissabon ging alles gut. Den Strand Praia Santa Rita in Porto Novo hatte ich eingeplant, war aber vor Ort etwas enttäuscht. Parken war kein Problem. Der kostenlose Parkplatz liegt unmittelbar an der N247, gleich neben dem Strand Santa Rita. Er war voller Leute, es gab viele Liegen und Sonnenschirme, man spürte überall Urlaubskommerz.
Weit bin ich nicht gelaufen, um die angrenzende Klippenlandschaft zu fotografieren. Dazu war ich von der Fahrt bis hierher schon wieder zu müde. Und auf dem Strand Wellen-Videos zu machen, ging sowieso nicht. Bei so viel Leuten ist es ungünstig, sich mit der Kamera zu postieren, ohne anstößige Aufmerksamkeit zu ernten.
Mit Sorge sah ich am weit entfernten Horizont eine schmale schwarze Wolkenschicht, wollte mir aber die Zuversicht für Nazaré nicht verderben lassen. Relativ spät am Nachmittag kam ich im Monster-Wellen-Ort an und musste durch die doch recht komplizierte Ortslage mehrmals den Versuch unternehmen, zum kostenlosen Parkplatz "Parque de Estacionamento" zu gelangen. Die Straßen sind insbesondere in der Altstadt in Nähe der Kirche "Sanctuary of Our Lady of Nazareth" dermaßen verwinkelt und meist auch Einbahnstraßen, dass ein einziger verpasster Navi-Befehl schon fast eine Katastrophe ist, weil man dann die komplizierte Runde noch einmal fahren muss.
Sonntag, 6.7.2025 früh um 8 Uhr. Sagres und das Hotel schlafen noch. Ich muss los und will nach Nazaré.
Zwischenstopp in Santa Rita mit dem Praia de Santa Rita Norte an der N247. Der Ort liegt nördlich von Lissabon, unweit vor Nazaré.
Praia de Santa Rita Norte, überhaupt nicht vergleichbar mit den Stränden ganz im Süden von Portugal. Hier nördlich von Lissabon ist der gewöhnliche Tourismus präsent. Das Bild zeigt nur einen kleinen Teil der Menschenmassen, für die an einigen Stellen extra Holzlaufstege auf den Sand gelegt wurden.
Ich hab's dann doch geschafft, begann Fotos der Umgebung zu schießen und musste erleben, wie mit sprichwörtlicher Eile nicht nur der Himmel zuzog, sondern auch noch leichter Nebel aufkam. Die Bedingungen für Fotos waren jetzt grottenschlecht. An keiner Ecke des Himmels waren Anzeichen für eine Besserung zu sehen. Aus der Traum vom Foto-Shooting in Nazaré, aus der Traum von schönen selbst aufgenommenen Monster-Wellen, ich war enttäuscht, habe aber trotzdem fotografiert, u.a. die Statue "Escultura Veado Surfista".
Jesus (wahrscheinlich) gleich neben dem kostenfreien Parkplatz in Nazaré hat mir gefallen.
Veado
2016, Marble and Steel, Hight: 6,30 meters
Sítio of Nazaré was once very populated by deer. the fomous Legend of Nazaré reports that Dom Fuas Roupinho was hunting in Sítio and that, on a foggy 12th century morning, he isolated himself from his companions when he was chasing a deer that fell on the cliff. On the verge of fall, the knight cried out for the help of Our Lady of Nazaré. The horse sticked its rear legs at the top of the cliff immediately, saving Dom Fuas Roupiho's life. In recent years, Praia do Norte of Nazaré has been the stage where the biggest waves on the planet are surfed - 30 meters have been recorded. In this anthropomorphic work by Agostinho Pires and sculptor Adália Alberto (offered to the Municipality of Nazaré) the references to these two remarkable moments of Nazaré's history are visible, extolling the past and praising the present, both conjugated in the sculpture "Veado".
Veado
2016, Marmor und Stahl, Höhe: 6,30 Meter
Sítio of Nazaré war einst von Hirschen bevölkert. Die berühmte Legende von Nazaré berichtet, dass Dom Fuas Roupinho in Sítio jagte und sich an einem nebligen Morgen im 12. Jh. von seinen Gefährten isolierte, als er einen Hirsch verfolgte, der die Klippe hinunterstürzte. Kurz vor dem Sturz rief der Ritter die Mutter Gottes von Nazaré um Hilfe. Das Pferd stemmte sofort seine Hinterbeine gegen die Klippe und rettete Dom Fuas Roupiho das Leben. In den letzten Jahren wurde der Praia do Norte von Nazaré zum Surfspot für die höchsten Wellen der Welt - 30 Meter wurden gemessen. In diesem anthropomorphen Werk von Agostinho Pires und der Bilhauerin Adália Alberto (ein Geschenk für die Gemeinde Nazaré) sind die Bezüge zu diesen beiden bemerkenswerten Momenten der Geschichte von Nazaré sichtbar: Sie preisen die Vergangenheit und preisen die Gegenwart, beides vereint in der Skulptur "Veado".
Statue "Escultura Veado Surfista" am Nazaré-Strand oberhalb vom Leuchtturm. Die Beschreibung dazu steht im Kasten, deutsche Übersetzung von Google.
(Quelle: Tafel neben der Statue).
Werk von Agostinho Pires und der Bilhauerin Adália Alberto (ein Geschenk für die Gemeinde Nazaré). Ich konnte emotional keinen Bezug zu diesem Kunstwerk aufbauen, wahrscheinlich wegen mangelndem Hintergrundwissen.
Die Gegend um den Leuchtturm "Farol da Nazaré" und den Strand "Nazaré North Beach" ist bei besserem Wetter bestimmt sehenswert. Dass natürlich nicht immer große Wellen da sein können, ist klar und hängt maßgeblich von Windstärke und -richtung ab.
Viele Leute, d.h. Touristen, waren trotz der ungünstigen Bedingungen unterwegs. Ihnen schien es zu gehen wie mir, wenn man es schon bis hierher geschafft hat, will man auch die Örtlichkeiten erkunden. Die vielen Verkaufsstände mit kulinarischen Leckereien und auch vielen Souvenirs, sogar auf dem großen Platz vor der Kirche, waren offensichtlich bei so ungünstigem Wetter für die Leute noch anziehender als der Leuchtturm und die Küste.
Die Altstadt von Nazaré ist sehenswert, natürlich besonders bei Sonne. Die historische Oberstadt (Sítio) befindet sich auf einem 110 Meter hohen Berg nahe am Meer. Westlichster Punkt ist der Leuchtturm. Sehenswert ist die Wallfahrtskirche Nossa Senhora da Nazaré, das Zentrum der Altstadt. Zu Fuß erreicht man das Altstadtviertel über die Standseilbahn Ascensor da Nazaré.
Was sollte ich nun machen? Ursprünglich hatte ich eine Übernachtung im Ort in Betracht gezogen. Natürlich hätte ich's tun können, mit der Hoffnung auf besseres Wetter am nächsten Tag. Doch es kam anders wie so oft. Meine Entscheidung war, Nazaré ist abgehakt. Ich machte mich auf den Weg Richtung Spanien, mit erster Zielstellung Puebla de Obando nördlich von Badajoz. Vielleicht würde ich es noch schaffen in Obando zu übernachten, ähnlich wie auf der Anfahrt.
Dass diese Entscheidung zweifelhaft war, wurde mir rund eine Stunde später klar. Ich sah aus der Ferne, wie die Wolkenwand weiter nach Norden abzog und sich herrlicher Sonnenschein an der Küste breit machte. Selbst ohne Übernachtung hätte ich noch eine Chance gehabt, vernünftige Videos zu machen. Allerdings, die Wellen waren nicht so riesig, da der Wind nachgelassen hatte.
Nun gut, ich war unterwegs Richtung spanische Grenze. Quer durch Portugal gibt es nur wenige vernünftige Verbindungen, ich musste durch viele kleine Ortschaften fahren. So verging die Zeit schneller als gedacht, und die Sonne verschwand schon ab und zu hinter den Bäumen und Häusern.
Zugang zum Leuchtturm "Farol da Nazaré" und den Strand "Nazaré North Beach", Fahrzeuge nur für Berechtigte.
Tor und Weg zum Leuchtturm und Strand von Nazaré
Der Leuchtturm von Nazaré ist regelmäßig überfüllt, wenn die "TUDOR Nazaré Big Wave Challenge" stattfindet, ein Elite-Wettkampf der World Surf League (WSL). Die Veranstaltung findet jedes Jahr in den Wintermonaten statt. Die vielen Zuschauer versammeln sich dann ringsum an den Klippenrändern, um das Spektakel mitzuerleben.
Die Kleinstadt Nazaré empfand ich als einen furchtbar überlaufenen Touristenort. Das Bild zeigt den Strand in der Bucht von Nazaré, wo auch der Hafen ist.
Nazaré, Praia do Norte (39.605027, -9.078466) N242-5 > N242 Calhau > IC9 > Abzweig 4 auf N2/IC2 Ri Lisboa > N1 Casal da Fisga > N1 Rio Maior > N114 Secorio > N3 Santarém IC10 > N114 Raposa > Lamarosa > N253 Courelas da Catela > N251/IC13 Couço > Santa Maria N4 > N4 N-Umfahrg. Elvas A6 > A6 Grenze Spanien A5 > A5 N-Umfahrg. Badajoz N523 > N523 La Roca de la Sierra > N523 Puebla de Obando > A-66/E803 LKW-PP Baños de Montemayor > A-66 LKW-PP Área de Cantagallo (40.376853, -5.821089)
Die Fahrt zog sich hin. Nicht nur, dass ich wieder die Müdigkeit in den Augen spürte, sondern die Riesenstrecke, die vor mir lag, ließ mich zweifeln, in Obando noch zur rechten Zeit einchecken zu können. Das Restaurant hat zwar bis Mitternacht offen, aber was habe ich von einer kurzen Nacht mit hohen Kosten, wenn ich früh schon wieder zeitig los muss, waren meine Gedanken. Wie üblich war ich bei Badajoz über die Grenze gefahren und hatte in Puebla de Obando mitten in der Nacht nur noch die Lichter gesehen.
Ich kam in die Gegend von Baños de Montemayor mit dem mir bekannten LKW-Parkplatz an der A-66 oberhalb vom See Embalse de Baños, hatte aber das Schild übersehen. Kaum 10 Kilometer weiter nördlich war wieder ein Rastplatz-Schild. Dieser große LKW-Parkplatz Área de Descanso Cantagallo kam mir jetzt gerade wie gerufen. Wegen der inzwischen stockdunklen Nacht musste ich erst einmal zwei Runden fahren, um mit meinen Scheinwerfern die Örtlichkeit auszuleuchten. Ein einziger Lastzug stand auf der riesigen Fläche. Mir war das recht.
Im hintersten Winkel, wo ich mich am sichersten glaubte, parkte ich für die Nacht, tat die nötigsten Dinge und kroch mit müden Knochen in meine Höhle. Den zeitweise unangenehmen Geruch in meiner Nase sollte ich erst am nächsten Morgen identifizieren. Die Nacht war verständlicherweise kurz, trotz schlechter Bedingungen hat mich die über die Berge kriechende Sonne geweckt.
Bei Licht traf mich fast der Schlag. Die Wiese am Parkplatzrand war so sehr vom Kot und Urin belastet, dass ich schleunigst am Steuer saß, um zum vorderen Ende des Platzes zu fahren. Dort fühlte ich mich wohler. Mir ist aufgefallen, dass es besonders in Portugal und Spanien ein Problem mit der Notdurft gibt. Die wenigsten Parkplätze, eigentlich so gut wie keine, bieten ein WC-Häuschen an. Und mindestens zwei Mal ist es mir passiert, dass solche Einrichtungen dann auch noch geschlossen sind, aus welchen Gründen auch immer. In Frankreich ist die Situation wesentlich besser. Dort gibt es genügend und auch gepflegte WC.
Schon auf der gut ausgebauten IC 9 (noch Westportugal) war die dunkle Wolkenfront von Nazaré verschwunden.
Kurz vor 20 Uhr und immer noch Sonne.
21 Uhr, noch in Portugal.
Área de Descanso Cantagallo, A-66 in Spanien am 7.7.
A-66 LKW-PP Área de Cantagallo (40.376853, -5.821089) > A-66 LKW-PP Àrea de Descanso bei Guijuelo
(40.569626, -5.656817) > A-66, A-62 W-Umfahrg. Salamanca > A-62 Abf. 231 nach Castellanos de Moriscos (Wechsel Smartcard) > N-620 Ri Valladolid > A-62 Ri Valladolid > Auff. 225 auf A-62 Ri Valladolid > A-62 Abf. 205 auf N-620 nach Cañizal, TS Repsol (41.171273, -5.368325) > N-620 Alaejos, Auff. zur A-62 Ri Valladolid > A-62 W-Umfahrg. Valladolid > A-62 S-Umfahrg. Burgos BU30, A-1 > N-120 Castañares, HPR (42.343745, -3.625192) > N-120 Ibeas de Juarros > N-120 Zalduendo > N-120 Villafranca Montes de Oca (am Jakobsweg) > N-120 Tosantos > N-120 Belorado (am Jakobsweg) > N-120 Villamayor del Río > N-120 Castildelgado, Hostal El Chocolatero (42.438170, -3.084037) > N-120 Redecilla del Camino > A-12 N-Umfahrg. Santo Domingo de la Calzada > A-12 Logroño, S-Umfahrg. LO-20 > A-12 > A-12 Abf. 18 auf NA-601 > NA-601 Iglesia de Santa María de Eunate (42.672368, -1.761372) > N-121 Campanas, HPR (42.688528, -1.651686) > NA-234 > NA-150 Ekai de Lónguida, Hotel Ekai (42.775980, -1.385283) > NA-1720 Zandueta > NA-1720 Úritz > Roncesvalles, PP der Iglesia de San Salvador de Ibañeta (43.020891, -1.324264)
Die unschöne Nacht war vorbei, sie hatte ein paar Stunden Schlaf gebracht, die Fahrt konnte weitergehen. Mein neues Ziel war Roncesvalles, dort würde ich vernünftig übernachten können, zwar auch im Auto, aber wenigstens mit sauberer Umgebung. Die Fahrt war zeitweise, wie im flachen Spanien wegen der trockenen Landschaft oft der Fall, monoton und langweilig, was leider sofort wieder Müdigkeit aufkommen lässt. Auf kleine Aufputschmittelchen, wie z.B. starker Kaffee, habe ich verzichtet. Die Zeit, um heißes Wasser zu machen, wollte ich mir nicht nehmen. Außerdem war es schon heiß genug mit fast 30°C.
Schon beim Hochfahren in die Pyrenäen spürte ich den zunehmenden Temperaturabfall. In Gedanken nahm ich mir vor, vielleicht doch nicht auf dem großen Camper-Parkplatz im Ort zu schlafen, sondern ich sollte erst einmal die Lage bei der Kapelle "Iglesia de San Salvador de Ibañeta" checken. Sie liegt kurz hinter Roncesvalles auf dem Pass Alto de Ibañeta.
Inzwischen kroch Nebel durch den Wald, was aber hier oben nichts Ungewöhnliches ist. Der Parkplatz an der Kapelle war leer, günstige Bedingungen für mich. Ich hatte dann aber doch Eile, das Nötigste zu erledigen, um noch vor dem einsetzenden Regen in meine Auto-Suite zu kriechen. Kurze Zeit später goss es in Strömen. Soweit ich erkennen konnte, war der Himmel schwarz. Dazu rüttelte der Wind am Auto, als wenn jemand nicht gewollt hätte, dass ich hier oben neben dem göttlichen Haus mein Schlafzimmer habe.
Das Trommeln aufs Autodach ließ nach, mit meiner Lieblingsmusik im Ohr schlief ich ein. Morgens musste ich feststellen, ich war nicht der Einzige, der hier frei stand, um zu übernachten. Unweit stand ein Wohnmobil, weiter vorn ein PKW.
Parkplatz an der A-62, Hitze, WC schon länger geschlossen. Ich war nicht der Einzige, der hinter die Büsche musste.
Iglesia de Santa María de Eunate, südlich von Pamplona
Iglesia de San Salvador de Ibañeta, dahinter mein Schlafplatz, allerdings heute bei Regen (Foto von 2023).
Das Wetterleuchten über Frankreich machte mir Sorgen. Langsam zweifelte ich an meiner Idee, hier oben in über 1100 Metern Höhe und völlig den Gewalten der Natur ausgesetzt, zu übernachten. Meine mich beruhigenden Gedanken waren die an den Faradayschen Käfig, der mich vor Blitzen schützen würde.
Roncesvalles, PP am Ibañeta (43.020891, -1.324264) > N-135 Pekotxeta TS (43.108810, -1.282988) N-135 > D933 Arnéguy > D933 Saint-Pied-de-Port, City (43.162787, -1.239815) > D933 Salies-de-Béarn D430 > D430 Puyoô D817 > D103 Habas > D3 HPR (43.588729, -0.921113) > D947 Dax > D947 Castets > A63 PP Aire de Onesse-Laharie est (44.092761, -0.995390) > A63 Abf. 17 (wegen Maut) auf D43 Ri Liposthey > D43 Lipsthey D101 > D101 La Crabette > D101 La Muret D20 > D20 Saugnac et Muret D834 > A63 Ri Bordeaux > A63 PP Aire des Gargails Est (44.673090, -0.803577) > A63 O-Umfahrg. Bordeaux, A10 Ri Paris > N10/E606 PP Aire de Bédenac Est (45.170469, -0.334154), 20 km N von Bordeaux > N10/E606 NW-Umfahrg. Angoulême > N10 > N141 Áire Claude Bonnier (45.734817, 0.345571) > N141 Ri Limoges > N141 Suaux > N141 Fontafie > N141 La Péruse > N141 (Autostraße) Ri Montluçon > A20/N520 Ri Poitiers > A20 Ri Guéret > A20 Abf. 23a auf N145 Ri Guéret > N145 PP Aire de l'Espéranc, mit WC (46.215340, 1.72511) > N145 N-Umfahrg. Guéret > N145, A714 NW-Umfahrg. Montluçon > A714 Abf. 35 auf D94 (wegen Maut der A71) > D94 Bizeneuille > D94 Cosne D'Allier D22 > D22 Le Montet D945 > D945 Tronget D33 > D33 HPR (46.421787, 3.074441) > D33 > D65 Cressanges D18 > A79 Auff. 32 Ri Moulins > A79 Abzweig auf N7 Ri Moulins > N7 Abf. Moulins > DN7 Moulins, Kyriad DIRECT (46.532583, 3.349778)
Es dämmerte gestern Abend bereits, als ich in meine Auto-Suite kroch, heute am Morgen war es schon richtig hell. Doch dass die Sonne über dem Nebel am blauen Himmel schien, merkte ich erst weiter unten im Tal. Gestern hatte es wahrlich noch geschüttet, doch ich kann dann in meiner Schlafhöhle gut ins Land der Träume wechseln. Mit meiner Schlafmusik im Ohr ist nach wie vor das antrainierte Einschlafen auch bei weniger günstigen Bedingungen relativ schnell möglich.
Normalerweise tue ich früh keinen Schritt ohne Frühstück, heute war es klug, davon abzuweichen. Ich hätte im nassen Nebel oder ganz im Auto sitzen müssen. Mein Nachbar mit Wohnmobil war offensichtlich auch gerade dabei, die Heizung anzuwerfen, anders konnte ich sein Motorlaufen nicht werten. Kurze Zeit später war er verschwunden, ich wenig später auch. Nun hatte die ehrwürdige alte Kapelle wieder ihre Ruhe. Der PKW war auch weg. Heute bei diesem Nebel würden sich kaum Besucher einfinden, so dachte ich.
Bei der Abfahrt hinunter zur französischen Seite wurde es nicht nur zusehends heller, später sogar mit Sonne, sondern es kamen mir auch viele Pilger entgegen, die sich frühzeitig aufgemacht hatten, eine neue Etappe auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela zu meistern. Man könnte für diese Menschen gleichstellen: Der Tag (Weg) ist lang, nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Normal ist für jeden Pilger der Besuch der Kapelle ein Muss, sie wird heute also auch bei Nebel nicht unbeachtet bleiben.
An der Tankstelle kurz vor der französischen Grenze gab es nicht nur günstiges Benzin, sondern auch den gesprächigen jungen Tankwart vom vorigen Jahr. Ich berichtete schon von ihm.
Am Morgen des Dienstag hatte ich das Nachtgewitter schon wieder vergessen. Die Pyrenäen zeigten sich nun von ihrer besten Seite. Heute früh an der Kapelle waren es bei dichtem Nebel nur 8°C.
Avia-Tankstelle in Pekotxeta (Estación de servicio Luzaide), dem Grenzort hinüber nach Frankreich, letzte Chance für günstigen Sprit.
Erst 28 km nach Saint-Jean-Pied-de-Port auf dem Rastplatz "Belvédère d'Arrainea" (43.353346), -0.971552) an der D933 war Gelegenheit zum Frühstück.
Das Vorgebirge der Pyrenäen auf der französischen Seite ist für mich wie ein schöner Traum. Es ähnelt dem Erzgebirge, aber die Landschaft mit ihren verstreuten Bauernhöfen, Einzelgrundstücken, kleinen Wäldern und Viehweiden noch abwechslungsreicher. Der Verkehr auf den kleinen, manchmal wirklich schmalen Straßen hielt sich in Grenzen, es war schön zu fahren mit sich ständig ändernden Ausblicken.
Bis etwa 10 Kilometer vor dem Autobahnring um Bordeaux lief alles ruhig und angenehm, doch dann stockte der Verkehr und es ging lange Zeit nur im Schritt-Tempo vorwärts. So einen dichten Verkehr selbst schon weit vor Bordeaux habe ich noch nie erlebt. Die dreispurige Stadtautobahn war teilweise ganz zu. Ich habe dieses Mal bestimmt über eine Stunde gebraucht, um auf der anderen Seite dieser großen Stadt wieder raus zu kommen.
Zum weiteren Verlauf bis Moulins ist nichts Außergewöhnliches zu berichten. Nur sei anzumerken, dass ich unterwegs zeitweise wieder recht müde wurde, wie es im Laufe des Sonntag schon der Fall war. Es ist gefährlich, mit Sekundenschlaf in den Augen das weitere Fahren erzwingen zu wollen. Mancher LKW ist so schon im Straßengraben gelandet, hat man früher gesagt. Heute gibt es mit Gras bewachsene Straßengräben kaum noch, heute beendet meist Beton das ungewollte Verlassen der Fahrbahn.
Das äußerst nette Mädel am Empfang des Hotels suchte sogar noch ein Zimmerchen für mich im Erdgeschoss, damit ich mein "Luggage" nicht so weit tragen müsste. Es war ja überhaupt nicht sicher, ob etwas frei sein würde. Es hat aber geklappt, die beengten Verhältnisse habe ich schon geschildert.
Übrigens, der Zimmerpreis hat sich wieder normalisiert. In 2024 berichtete ich bereits vom hohen Preis wegen Hotelumbau (Bad im Zimmer) und neuem Besitzer. Wahrscheinlich hatte sich der Preis von rund 70 Euro nicht durchsetzen können.
Halb 9 abends begann ich, die vollgeschriebenen Smartcards auf die HD zu kopieren. Das ist ein langwieriger Vorgang wegen der langsamen Datenübertragung meines Laptops. Ich nahm mir vor, das zu ändern. Mit welcher Technik das geschehen soll, ist mir noch unklar.
Aire de Bédenac Est, mein Mittagsmahl, Bordeaux liegt hinter mir.
Auffahrt zurück auf die autobahnähnliche N10, etwa 20 km nördlich von Bordeaux
Vor Moulins führt die Route über einige kleine Dörfer, die ich regelmäßig links liegen lasse. Das ist bedauerlich, eigentlich sollte man wenigestens den recht unterschiedlichen Kirchen einen Besuch abstatten.
Glück gehabt, Sonnenuntergang kurz vor Moulins. Ich hatte schon Bedenken, rechtzeitig zur Nacht im Hotel Kyriad DIRECT anzukommen.
DN7 Moulins, Kyriad DIRECT (46.532583, 3.349778) > Moulins DN07 TS TotalEnergies (46.554531, 3.336491) > D779 Yzeure > D12 Montbeugny > D12 Dompierre D779 > D779 Diou > D 779 Pierrefitte > D779 Coulanges > D779 La Broche > D979 Digoin > D982 > N79 > N70 > N73 > D673 Bey > D673 Damerey > D673 Sermesse > D673 Beauchemin > D673 Chemin > D905-D673 W-Umfahrg. Dole D475 > D475 Moissey > D459 Dammartin > D12 Pesmes > D12 Chaumercenne > D12 Chancey > D474 Velleclaire > D474 Mailley-et-Chazelot > D457 Noidans D457 > Umltg. D13 Échenoz La Méline > D12 > D13 Navenne > D13 Quincey > D9 Frotey Les Vesoul D9 > N19 > D9 Esprels > D9 Secenans > D9 Saulnot > D9 Champey > N19 Ri Belfort > Abf. 11 auf A36 Ri Mulhouse > D1083 > D83 Roppe > D83 PP Lachapelle (47.706991, 7.005185) > D483 > A36 Mulhouse > A36 Grenze D A5 > A5 Ri Basel > A5 Abf. Ri Lörrach A98 > B317 Ri Lörrach-Mitte > B317 Ri Schopfheim > B518 Wehr > Todtmoos > Todtmoos-Höfle > Hintertodtmoos, Mattenhof (47.752273, 8.004365)
Heute früh bin ich wie so oft erst halb 9 vom Hotel weggekommen, die Nacht war angenehm, ich war ja auch müde genug. Der Tankwart in Moulins hat mich vom vorigen Jahr wiedererkannt, man glaubt das kaum. Wahrscheinlich kommen nicht allzu viele Deutsche zu ihm. Er kann zwar kein Wort Deutsch, mit Englisch ging es aber. Im vorigen Jahr hatte ich erzählt, dass ich auf der Heimreise von Portugal bin. Dieses Jahr meinte er nur: "Were you in Portugal again?"
Und wieder verzichtete ich auf den Besuch der Kathedralen in Moulins, obwohl herrlichster Sonnenschein war. Zeit hätte ich auch gehabt, aber trotzdem, ich wollte raus aus Frankreich und möglichst noch bis Eisingen (bei Pforzheim) kommen. Irgendwie war mir nicht nach Sightseeing zumute.
Die Fahrt war teilweise wenig erquickend, es gab mehrere Umleitungen und mein stures Navi wollte das nicht akzeptieren. Bloß gut, dass in Frankreich die Alternativstrecken gut mit "Dérivation" ausgeschildert sind. Regelmäßig erst beim dritten Routenverstoß meinerseits willigte die Dame vom Navi ein und berechnete eine neue Route.
Außerdem gab es natürlich wieder Schwierigkeiten mit der alten N79, die streckenweise jetzt eine mautpflichtige A79 geworden ist. Das Navi wusste zwar davon, ich hatte im Mai noch die neuesten Karten-Updates eingespielt, aber man muss selbst höllig aufpassen, nicht doch in die Falle zu laufen (natürlich zu fahren). Die besagten neuen Mautstrecken sind ohne Schranken und Zahlstellen, alles wird elektronisch erfasst, um die Mautbezahlung muss man sich selbst kümmern. Ich hatte im Bericht von 2024 schon darüber geschrieben. Es ist zwar immer die Mautpflicht für ein bestimmtes Ziel an den Auffahrten mit "péage" gekennzeichnet, doch ohne Ortskenntnis ist alles nicht so einfach.
9.7.25, Mittwoch früh Start vom Kyriad-Hotel in Moulins
Tankstelle in Moulins mit Cache-Zahlung beim Tankwart. Meist ist in Frankreich eine Karte oder ein Smartphone nötig. Ich habe nur Geld. Der Tankwart erkannte mich vom vorigen Jahr.
Blanker Himmel, eigentlich gutes Fotowetter. Die Kathedralen in Moulins habe ich trotzdem wieder nicht besucht. Das Heimweh war stärker.
Es ist halb 4, Parkplatz an der D83 kurz vor dem kleinen Ort Menoncourt. Nur ein paar Kilometer weiter ist Lachapelle, der übliche Haltepunkt für mich. Ich muss weiter zum Mattenhof im Schwarzwald.
Hintertodtmoos, Mattenhof (47.752273, 8.004365) > L146 Bernau > L146 Aule > B500 Ri Feldberg > B317/B500 Neustadt-Mitte > L128 > Hexenlochmühle > Neukirch > B500 Furtwangen > Umltg. Ri Donauechingen > Schönenbach > Vöhrenbach (TS) > Pfaffenweiler > Rietheim > B27 Auff. A81 Ri Stuttgart > A8 > A99-A92 NW-Umfahrg. München A9 > A93 Regensburg > A93 Weiden > A93 PP (49.781656, 12.164004) > A93 > A72 Chemnitz
Rückblende. Gestern war ich doch wieder im Mattenhof gelandet. In Eisingen war Besuch gekommen, ungünstig für mich. Ich hatte noch von Frankreich aus angerufen. Im Mattenhof hat es dann geklappt, ich konnte im komfortablen Doppelbettzimmer einchecken. Abendbrot und Frühstück gibt es auch, was will man mehr.
Trotz meiner Schreiberei bis in die Nacht bin ich heute früh zeitig aufgewacht, schon halb sechs. Im Moment ist es halb sieben, also noch Zeit bis zum Frühstück in über einer Stunde.
Mein Plan war, erst einmal nach Weiden zu fahren, um einen dringenden Besuch abzustatten. Dazu müsste ich über München und dann nach Regensburg fahren, also ein kleiner Umweg. Wie lange das dauert und ob ich heute noch bis Chemnitz komme, ist nicht voraussehbar.
Das Frühstück dauerte tatsächlich eine ganze Stunde. Ein älteres Schweizer Ehepaar saß am Nebentisch, und es entwickelte sich eine angeregte Unterhaltung. Chemnitz kannte der Mann nicht, aber in Dresden sei er schon gewesen. Erst kurz vor neun war mein Gepäck im Auto und es konnte los gehen.
Die Fahrt durch den Schwarzwald war dieses Mal tatsächlich ein Traum. Die Sonne schien, ein paar Wolken am Himmel reicherten die sowieso schon malerische Szenerie der Berge, Täler, Wälder und Wiesen noch zusätzlich an.
Ich gab mir Mühe, langsam zu fahren und war deshalb oftmals ungewollt ein Verkehrshindernis. Da ich die Schwarzwaldfahrt im Vorjahr bei Schnee erlebte, konnte der Kontrast zu heute nicht größer sein. Die Videos sind durchweg sehr gut geworden, besser geht's mit der DJI Action-Cam nicht.
Obwohl schon mehrfach besucht konnte ich am Hexenlochtal nicht einfach vorbeifahren. Ich dachte, vielleicht könnte ich sogar von der Mühle aus ein Stück wandern gehen, und das Mittagessen soll dort auch gut schmecken. Es war noch nicht einmal 12 Uhr, also genug Zeit für diesen Zwischenstopp.
Eisingen hatte abgesagt, der Mattenhof im Schwarzwald.
Doppelzimmer als Schreibstube bis in die späte Nacht
Endlich eine Schwarzwaldfahrt bei schönem Wetter
Auf dem Weg zur Hexenlochmühle.
Schmale Straße ins Hexenlochtal
Im Turm ein Spiegel für den Videografen. Übrigens, die Dächer sind in alter Tradition mit Holzschindeln gedeckt.
Das ist die Werkstatt der Uhrengestellmacherei. Leider heute nicht mehr in Betrieb hatte sie die ursprüngliche Nagelschmiede abgelöst. Kuckucksuhren werden nicht mehr gefertigt, aber in großer Auswahl verkauft. Viele kleine Handwerksbetriebe halten diese Schwarzwälder Tradition am Leben.
Die Hochgangsäge für die Baumstämme wird von einem großen 4-Meter-Wasserrad angetrieben.
Die Hexenlochmühle, gebaut 1825
Zur genau richtigen Zeit im Restaurant. Mein Mittagessen war deftig, eigentlich schon wieder einmal zu viel.
Die beiden Wasserräder werden vom Wasser des Heubachs angetrieben. 200 Meter bachaufwärts erfolgt die Entnahme des Wassers und wird unterirdisch über ein Stellwerk bis zur Hexenlochmühle geleitet. Das Gefälle und die Wassermenge von bis 300 Liter pro Sekunde erlauben eine Leistung von maximal 13 PS.
Die Antriebsräder aus Holz und natürlich die äußeren Wasserräder laufen noch.
Und wieder war mein ursprünglicher Plan nur Schall und Rauch. Die Schwarzwaldfahrt währte kurz, ich nahm die A81, um schneller vorwärts zu kommen.
Die Riesenbaustelle auf der A81 Richtung Stuttgart holte mich in die alltägliche Autobahnwirklichkeit zurück. Es ging über 15 Kilometer nur ruckweise voran. Ein Unfall vergrößerte das Chaos noch. Der Abschleppwagen musste über Baustellengelände und auf der Gegenspur zur Unfallstelle geschleust werden. Der Rettungshubschrauber flog gerade weg, mehr sah ich nicht.
Das Ganze hat mich etwa zwei Stunden aufgehalten. Viele Kilometer ging es dann nur im Zuckeltempo vorwärts. Erst auf der A8 Richtung München wurde es besser.
Dementsprechend verzögerte sich meine Ankunft in Weiden. Aus dem geplanten Besuch mit Übernachtung wurde ein Kurzbesuch mit anschließender Nachtfahrt in Richtung Heimat.
Wie es der Teufel manchmal so will, in Sachsen bei Plauen war ein LKW-Lastzug teilweise umgekippt. Der Hänger lag am Autobahnrand halb auf einer Wiese. Soweit wie ich in der Finsternis erkennen konnte, stand das Zugfahrzeug noch, oder man hatte es schon aufgerichtet.
Der Verkehr in meiner Richtung war auf eine Spur reduziert. Der Kran war bereits vor Ort und standsicher postiert. Zweimal ging garnichts mehr. Auch meine Spur wurde gesperrt, dafür durfte ich nunmehr bei Flutlicht der Arbeit des Krans zuschauen. Im Ergebnis stand alles wieder auf den eigenen Rädern. Irgendwelche Schäden sah ich nicht.
Gegen Mitternacht durfte ich das von mir so gehasste schönste Wahrzeichen von Chemnitz bunt blinken sehen. Der funktionslos gewordene Heizkraftwerk-Schornstein ist mit seiner blinkenden Festbeleuchtung tatsächlich schon in über 30 Kilometern Entfernung zu sehen. Den Lichtschmuck und die bunte Bemalung des 300-Meter-Schornsteins haben wir Stromverbraucher bezahlt. Ich meine, das Geld wäre für eine Sprengung besser eingesetzt worden. Aber was soll's, unser Einfluss ist begrenzt.
In Nazaré stand: "The Only Way To Do Great Work Is To Love What You Do". I love my vacation, but not only that.
Tankstelle in Vöhrenbach, genug Sprit bis Chemnitz.
Auffahrt auf die Autobahn A81 im Schwarzwald
So schön wie auch das Reisen sein mag, mein Garten ist das Paradies und Home, so wie es jedes Geschöpf dieser Erde braucht. (Foto 2023)
Unvorstellbar und doch wahr: Sonnenuntergang ist gleichzeitig Sonnenaufgang, und Sonnenaufgang ist gleichzeitig Sonnenuntergang, je nachdem, wer sie wo betrachtet.
(Foto 2021, Chemnitz)